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Wenn ich diesen beiden Veröffentlichungen einer amerikanischen Autorin auch in psychoanalytischer Hinsicht einige Bedeutung beimesse, so aus der Überzeugung, daß Adoptivkinder (sprich: ehemalige Adoptivkinder) ihre spezifische Pathologie auch in die Analyse mitbringen. Zwar haben sich die Zeiten geändert, und man macht heute das Adoptivkind mithilfe bestimmter Formeln (»Wir sind nicht deine leiblichen Eltern, aber wir haben dich unter anderen Kindern ausgesucht!«) schon frühzeitig mit der Tatsache seines Adoptiertseins bekannt. Psychologische Komplikationen sind aber nach meiner klinischen Erfahrung immer noch die Regel, und ich brauche in diesem Zusammenhang nur darauf zu verweisen, wie »gierig« die Umwelt reagiert, wenn sie irgendwo auf die Tatsache stößt, daß ein Kind »nur« adoptiert ist. Belangvoller ist aber wohl die Kern-Pathologie des Adoptierten selbst, der oft aus prolongierter Trennungsangst infolge von früher Traumatisierung die Separations- und Individuationsphase nicht optimal durchläuft und sein Leben lang in den verschiedensten Lebensbereichen (etwa im Beruf oder in seinen mitmenschlichen Beziehungen) zwischen Bleiben und Fortwollen, quälender Abhängigkeit und forcierter Selbstbehauptung hin und her schwankt. Hier berührt sich seine Pathologie mit der des Borderline-Patienten: »… Anders als Nichtadoptierte, die ihren Familienroman auflösen können, indem sie die guten und die schlechten Eltern zu den beiden Eltern verschmelzen, die sie tatsächlich haben, hat der Adoptierte keine Möglichkeit, die Polarisation aufzulösen, solange er seine leiblichen Eltern nicht als wirkliche Menschen kennt« (1982, S. 46).
»Als Kind bedrückte mich vor allem zweierlei — einmal die Sorge, daß ich nicht ihre richtige Tochter sei und man mich fortschicken werde, zum andern die Sorge, doch ihre richtige Tochter zu sein und niemals, niemals in die Außenwelt entfliehen zu können«, zitiert die Autorin aus einem amerikanischen Roman (1982, S. 45). Das emphatisch wiederholte »niema