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Aus Mitscherlichs Studien zur psychosomatischen Medizin werden vorzugsweise Überlegungen und Hypothesen rezipiert, die im Umkreis des Problems eines direkten Übergangs seelischen Geschehens in körperliche Krankheit bzw. der Substantiierung von psychischer Konfliktdynamik angesiedelt sind. Große Resonanz hatte besonders der Vorschlag, Krankheit als zweiphasige (psychische und somatische) Abwehr bzw. Verdrängung von lebensgeschichtlich-subjektiv unbewältigten Triebund Expressionswünschen zu begreifen. Für den Kliniker der psychosomatischen Medizin erweist sich diese Hypothese als plausibel und hilfreich, sofern es darum geht, die vielfältigen Beobachtungen über den Prozeßverlauf, der in die krankhafte Veränderung von Organleistungen einmündet, beschreibend in eine gedankliche Ordnung zu bringen. Daß auf diese Weise die überkommene Vorstellung eines »Sprunges« vom seelischen zum leiblichen Geschehen nicht ausgeräumt wird, wenn nicht gar eine Wiederannäherung an dualistisches Denken stattfindet, hat dabei kaum gestört. Mitscherlich selber weist in dem Aufsatz »Über die Behandlung psychosomatischer Krankheiten« (; II, S. 255 ff.) auf den pragmatischen Orientierungswert hin, den schon das Wort »psychosomatisch« für die Praxis habe. Aber er beklagt auch den darin enthaltenen Kompromiß mit einem »primitiv dualistischen Konzept«: »Wir verfahren dann additiv, nicht ganzheitlich« (II, S. 255). Solche Hinweise auf den provisorischen Charakter im Denken des Verhältnisses von Psyche und Soma sowie auf die Hoffnung, psychosomatische Medizin einmal durch eine Anthropologie abgelöst zu sehen (II, S. 179), durchziehen die beiden 1966 und 1967 erschienenen, weitverbreiteten Taschenbuch-Bände »Krankheit als Konflikt«. Doch hat sich diese anthropologische Einbettung praxisnaher Aussagen, wie die Überlegungen zur zweiphasigen Abwehr sie darstellen, im alltäglichen psychosomatischen Denken