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Salzburg, wegen der Festspiele des internationalen Geldadels weltweit berühmt, war immerhin der einzige Ort, an dem die Wissenschaft Sigmund Freuds in seiner weiteren Heimat höchste akademische Anerkennung im Rahmen der universitären Psychologenausbildung genoß. Igor A. Carusos lehrreich-unbequemes Wirken bis 1979 hat dort ebensolche Spuren hinterlassen, an deren Beseitigung akademische Saubermänner bis heute noch nach Kräften arbeiten. Die skandalumwitterte Nachfolge Carusos geriet zu einem übertriebenen Beleg der wissenschaftsgeschichtlich bekannten These, daß wissenschaftliche Schulen ihre Position oft weniger in theoritischen Diskussionen stärken als vielmehr in Berufungsverhandlungen.
Auf Igor Caruso folgte mit Urs Baumann ein stromlinienförmig empiristisch orientierter klinischer Psychologe, dessen anerkannte Inkompetenz in Sachen Psychoanalyse das befreundete akademische Establishment nicht hinderte, ihn zum »Abteilungsleiter für klinische Psychologie und Psychoanalyse« zu bestellen.
Mit zum Teil infam bübischen Methoden und Argumenten wurden sodann, wohl auch zur Stabilisierung der eigenen Wertschätzung, die verbliebenen Freunde und Mitarbeiter Carusos sukzessive aus dem Institut vertrieben. Selbst absurde klinische Ausgrenzung wurde zur Waffe gegen kritische Kollegen. So war in einem vom damaligen Institutsvorstand unterschriebenen Brief an eine lokale Zeitung zu lesen, daß »Herr Prof. Borneman für das, was er sagt, nicht mehr voll verantwortlich gemacht werden kann …«
Gegen die Proteste der Studierenden erfolgte der mehr oder weniger erzwungene Abgang von Ernest Borneman, Josef Shaked, Axel Krefting, Wolf Friedl und Johannes Reichmayr. Ewald Englert blieb der letzte von Studenten anerkannte engere Mitarbeiter Carusos am Institut, der die Psychoanalyse auch als kritische Theorie der Sozialwissenschaften begreift.
Wohlvorbereitet sollte nun auch Englert, Herausgeber der Zeitschrift »Psychoanalyse«, anläßlich einer sonst routinemäßigen Vertragsverlängerung