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Die folgenden Briefe sind ein Vorabdruck aus dem im Frühjahr 1985 im S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main, erscheinenden Band: Sigmund Freud, Briefe an Wilhelm Fließ, 1887—1904. Vollständige Ausgabe, herausgegeben von Jeffrey Mousaieff Masson, Bearbeitung der deutschen Ausgabe von Michael Schröter. Es handelt sich um die erste ungekürzte Ausgabe dieser für die Entstehungsgeschichte der Psychoanalyse grundlegenden Dokumente. (Allerdings wird der »Entwurf einer Psychologie« von 1895 nicht darin enthalten sein. Er erscheint, neu ediert, im Nachtragshand zu den Gesammelten Werken Sigmund Freuds, voraussichtlich Ende 1985/Anfang 1986.) Die vorliegende Auswahl, die nur bisher völlig unbekannte Briefe vorstellt, wurde von Michael Schröter getroffen und soll einen Eindruck von der Art des neuen Materials gegenüber der früheren gekürzten Ausgabe (Freud, 1950a) vermitteln. Im Anmerkungsapparat wurden für diesen Vorabdruck einige zusätzliche, mit Stern markierte Noten eingefügt, um den fehlenden Kontext zu ersetzen. Ungezeichnete Noten oder mit (M) gezeichnete Teilnoten sind solche des Herausgebers, während das Sigel (S) auf Erläuterungen des Bearbeiters der deutschen Ausgabe verweist.
Reichenau, 20. 8. 931
Geliebter Freund!
Gegen einen anderen würde ich mich erstens der Absage genieren, nachdem ich so bestimmt zu kommen zugesagt2, zweitens andere Gründe angeben, als ich Dir in aller Offenheit mitteilen werde.
Also folgendes Stückchen Hauspsychologie. Ich habe den 18. und 19. auf einer komplizierten Tour um und auf der Rax verbracht mit meinem Freunde Rie3 und saß gestern in froher Stimmung im neuen Schutzhaus auf dem Berg, als plötzlich jemand ins Zimmer trat, hochgerötet von der Hitze des Tages, den ich anfangs wie eine Erscheinung anstarrte und dann als meine eigene Frau agnoszieren mußte. Martha hatte immer behauptet, daß ihr das Steigen unmöglich sei und der Aufenthalt auf dem Berge kein Vergnügen mache. Jetzt war sie mir nachgekommen, hatte die Anstrengung vortrefflich ertra