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Dieses Buch, eine Pionierleistung der psychosomatischen Krebsforschung, liegt nun auch in der deutschen Übersetzung vor. Die Originalausgabe erschien 1977 in New York unter dem Titel »You can fight for your life«. Bereits in den frühen fünfziger Jahren, als hierzulande noch kaum über Zusammenhänge von Krebs und Psyche nachgedacht wurde, begann LeShan mit psychosomatischen Untersuchungen und psychotherapeutischen Behandlungen von Krebskranken. In dem vorliegenden Buch berichtet er aus der Erfahrung von über zwei Jahrzehnten und rekurriert auf ca. 90 Fälle von psychotherapeutischen Behandlungen, die er selbst durchgeführt hat, außerdem auf einige hundert Befragungen und testpsychologische Untersuchungen von Patienten sowie auf nationale Krankheits-Statistiken, die er unter speziellen Fragestellungen ausgewertet hat. Der Autor läßt den Leser seinen eigenen Entwicklungsweg nachvollziehen. Nachdem er an einigen Fallbeispielen aufzeigt, daß Entstehung und Verlauf von Krebskrankheiten mit ausschließlich organmedizinischen Kriterien nicht ausreichend zu verstehen sind, sondern daß Lebensereignisse und eine bestimmte Persönlichkeitskonfiguration wichtige mitbestimmende Variablen sind, beschreibt er seinen Weg auf der Suche nach Zusammenhängen zwischen Persönlichkeitsstruktur und Krebserkrankung. Die Auswertung von Rorschach-Protokollen, verbalen Persönlichkeitstests und der ausführlichen, feinfühligen Interviews veranlaßten den Autor zu folgenden Hypothesen:
Krebspatienten haben das Gefühl verloren, daß das Leben einen Sinn habe. Häufig ist eine für sie zentrale Beziehung vor Beginn der Erkrankung zerbrochen. »Es gab keine tiefe, feste gefühlsmäßige Beziehung zwischen dem Selbst und dem, was außerhalb des Selbst wahrgenommen wurde« (S. 32). Die Patienten waren unfähig, Wut oder Ärger auszudrücken. Sie mißtrauten sich selbst und lehnten sich selbst ab. Sie konnten sich schlecht gegen andere verteidigen. Das grundlegende Element im Gefühlserleben der Krebspatienten nennt LeShan