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Ausgehend von Freuds Hinweis, daß er den Begriff des »Es« »nach Groddecks Gebrauch« verwende, der selbst »wohl dem Beispiel Nietzsches gefolgt« (Freud, 1923, S. 251), untersucht Nitzschke im Septemberheft der Psyche (1983, S. 769-804) die Begriffsgeschichte des »Es«. Da seiner Meinung nach der Begriff des »Es« bei Nietzsche nicht zu finden ist (S. 782), empfindet er es als einen »Skandal« (S. 769), daß man Freuds Behauptung in der Sekundärliteratur ungeprüft wiederholt habe (S. 778 ff.). Indem Nitzschke Freuds Hinweis auf Nietzsche als »Fehlleistung« (S. 782) bzw. Fehlzuschreibung interpretiert, hinter der sich Eduard von Hartmann respektive Arthur Schopenhauer verbergen, sucht er die ihm sich auftuende Forschungslücke zu schließen. Im folgenden sollen drei Thesen, die im Zentrum von Nitzschkes Argumentation stehen, noch einmal aufgegriffen und einer kritischen Betrachtung zugeführt werden. Nitzschke behauptet: 1. Nietzsche kenne nicht den Begriff des »Es« (S. 782); 2. Freuds eigentliche, wenn auch vergessene Quelle für den Begriff des »Es« seien E. von Hartmanns Worte: »Dieses Es liegt aber … im Unbewußten« (zit. nach Nitzschke, S. 798); 3. Freud nannte Nietzsche als Quelle des Begriffs »Es«, um Groddeck das Prioritätsrecht vorzuenthalten (S. 771 und S. 782) und ihn zu demütigen (S. 777).
Ad 1: Nitzschke vermutet, daß Nietzsche den Begriff des »Es« nicht kennt (S. 782). »Nun muß, wer Nietzsches Sprachartistik schätzt, ohnehin daran zweifeln, daß sich dieser hintergründige Ausdruckskünstler einmal so vergriffen haben sollte, so platt das unpersönliche Fürwort »es« benutzt haben sollte, um gleichsam mit dem Begriffshammer eine Metapher für das Unpersönliche im Menschen in die Köpfe des gesunden Menschenverstandes einzuschlagen« (S. 777). Wer sich wie Nitzschke scheut, Nietzsche im Original zu lesen (S. 769 und 778), sei auf die Sekundärliteratur verwiesen, obwohl deren Konsultation für Nitzschke »gänzlich ergebnislos« (S. 778) blieb. In seiner Studie zur »Anthropologi