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Dies ist ein bemerkenswertes, inhaltsreiches Buch über pathologische Trauerprozesse und deren Behandlung. Der Autor, Psychiater und Psychoanalytiker, stammt aus der Türkei und wirkt heute an der Universität von Virginia. Seine Studie stützt sich auf 15 Jahre klinischer Untersuchung. In dieser Zeit hat Volkan mehr als 150 Patienten im Alter zwischen 16 und 58 Jahren behandelt, die, wie sie oft selbst formulierten, in ihrem Trauerprozeß eingefroren waren. In der Einleitung seines Werkes beleuchtet der Autor einen behandlungstechnisch wichtigen Sachverhalt: ein unvollständiger Trauerprozeß kann sich abdichtend und versiegelnd über die sonstige Psychopathologie legen und diese der Bearbeitung unzugänglich machen. Erst wenn dieses Siegel im Verlauf der »re-grief therapy« (Therapie der nachgeholten Trauer) erbrochen ist, d. h. Trauerarbeit stattgefunden hat, kann darunter verborgenes Konfliktmaterial bearbeitet werden. Dies trifft z. B. auf Patienten zu, die durch den Verlust eines Elternteils in der Kindheit oder Jugend Abwehrstrukturen aufgebaut haben, die die Entwicklung einer analysierbaren Übertragung verhindern (S. 12). Umgekehrt kann frühzeitig auftauchendes Konfliktmaterial aus der Analyse der Neurosen von pathologisch Trauernden als Abwehr gegenüber dem Trauerprozeß wirken.
Im normalen Trauervorgang löst der Trauernde seine Bindungen an die Repräsentanz des verlorenen Objekts und/oder identifiziert sich mit bestimmten Aspekten der Objektrepräsentanz in einer liebenden Weise, die sein eigenes