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Den in Helsinki tätigen Psychoanalytiker und Verfasser des Buches, das aus sieben zwischen 1963 und 1981 veröffentlichten Aufsätzen über Situationen menschlicher Verstrickung besteht, lernte ich 1954 in Zürich kennen. Damals befand sich Martti Siirala in psychoanalytischer Ausbildung bei Gustav Bally und Medard Boss. Er war wie Gaetano Benedetti an der Erprobung der Psychotherapie bei psychotischen Patienten interessiert und arbeitete eng mit Benedetti, dem Rezensenten und anderen zusammen (S. 20-21). Siirala galt als der tiefgründigste Denker im Kreis. Seine Überlegungen bei Fallbesprechungen waren meist außerordentlich hilfreich. Er schrieb das Vorwort zu meinem Buch Kriterien der Besserung in der Psychotherapie, das seinerzeit bei S. Karger und später bei Kindler erschien. Gegen Ende der 50er Jahre schloß Siirala seine Ausbildung in Zürich ab, kehrte wieder nach Helsinki zurück und setzte dort seine Tätigkeit als Pionier im Bereich der Sozialpsychiatrie fort. Sein Beitrag zur Gründung der »Therapeia Foundation« in Finnland 1958 und zu ihrem weiteren Aufbau war sehr wichtig. Darum erstaunt es nicht, daß die »Therapeia Foundation« dieses Buch herausgegeben hat und als Lehrbuch empfiehlt.
Siiralas Grundthese: Der Mensch, der in der Medizin und besonders in der Psychiatrie als »Fall« gilt, bringt mit seinem »Symptom« eine Leidensgeschichte zum Ausdruck, die in wesentlichen Punkten weder mit ihm selbst angefangen hat, noch mit ihm selbst aufhören kann. Die »Krankheit« bzw. die »psychische Störung« bezeichnet höchst komplizierte individuelle, kollektive und gesellschaftliche Dilemmas, die beim Individuum bzw. bei einer Gruppe oder sogar einer Klasse bestehen. Meist geht man aber davon aus, daß es weitgehend nur Sache des unmittelbar Betroffenen sei, diese Verstrickungen zu lösen. Das dem Einzelnen zugeschobene Leiden muß jedoch in seinen individuellen, kollektiven und gesellschaftlichen Bezügen entdeckt, als psychische und soziale Pathologie untersucht und in der »Übert