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»Als ich vor Jahren zufällig das Märchen von der Küchenschabe las, hätte ich nicht geglaubt, daß es den Anstoß zu diesem Buch geben sollte. Ich wollte es nur wissen, woher diese merkwürdige Geschichte kam.« Mit diesem Wort beginnt Roberto Zapperi das Vorwort zur deutschen Ausgabe des Buches, das 1979 in Rom unter dem Titel »L'uomo incinto« erschien. Das »zufällig lesen« und »nur wissen wollen« ergab eine Kulturgeschichte des Motivs vom schwangeren Mann in der literarischen und der folkloristischen Tradition. Die umfassende kulturelle Bildung des Autors, in der sich eine klassisch-humanistische Bildung mit einem wachen Blick für die politische, soziale und ökonomische Realität der Menschen und mit psychoanalytischem Wissen verbindet, brachte ein Buch hervor, das als »männliche Antwort auf die feministische Politik des letzten Jahrzehnts« gedacht ist. »Es wird für die Männer, an die es gerichtet ist, keine bequeme Lektüre sein. Aber der Wahrheit soll zu ihrem Recht verholfen werden. Unbeschwerten Genuß kann ich niemandem versprechen, auch den Frauen nicht«, schreibt Zapperi. Die Kulturgeschichte des Motivs vom schwangeren Mann führt nämlich direkt auf das Schlachtfeld, auf dem Mann und Frau um die Macht kämpfen. Dieser Kampf wird wohl nie enden, solange es Menschen gibt, und immer nur vorübergehend zu einer »Lösung des Gegensatzes Mann/Frau im Zeichen der Komplementarität und Gegenseitigkeit« führen. Das Buch wurde von Ingeborg Walter, der Frau von Roberto Zapperi, in ein ausgezeichnetes Deutsch übersetzt, das Präzision mit Einfachheit, Witz und Charme verbindet. Daß es einer langen kulturgeschichtlichen und sicher auch lebensgeschichtlichen Entwicklung bedurfte, um eine solche Stufe der Gegenseitigkeit und Komplementarität zu erreichen, wie sie die Zusammenarbeit von Roberto Zapperi und Ingeborg Walter dokumentiert, geht sogleich aus dem ersten Teil des Werkes hervor: Hier wird der christliche Mythos und das ikonographische Schema der Geburt Evas aus dem Leib Adams u