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Zwar gäbe es keine vernünftige theoretische oder praktische Rechtfertigung, Homosexuelle allein aufgrund ihrer Homosexualität von der Ausbildung zum Psychoanalytiker auszuschließen, dessen ungeachtet aber sei gerade dies die gängige Praxis der psychoanalytischen Institute in der Bundesrepublik, so die Auskunft einer bekannten Frankfurter Psychoanalytikerin. »Gott sei Dank bewerben sich ja nicht so viele«, fügte sie kleinlaut an, nachdem sie eben eine Situation dargestellt hatte, die sie nicht zu Unrecht als peinlich empfand. Ihre Beschreibung war treffend, die Hoffnung indes, daß an diese wunde Stelle nicht allzu viel gerührt würde, sollte sich nicht erfüllen.
Einige zogen aus, nicht das Fürchten, sondern das Staunen zu lernen über manche Absonderlichkeiten und Anachronismen. Schwule Ärzte und Psychologen bewarben sich bei den Instituten, ohne ihre Homosexualität zu verbergen, ohne sich also auf die Schmierenkomödie einzulassen, die manch ein Insider empfahl: »Lügt Euch doch durch, verschweigt Eure Homosexualität«. Andere, die auch in den Maschen moralischer Sauberhaltung hängen zu bleiben drohten, hätten längst diesen Weg beschritten: Eine Analyse für die Ausbildung, eine zweite, die »Richtige«, sobald Titel und Ehrenzeichen errungen sind. Diese Vorschläge, ausgesprochen von Kandidaten und fertigen Psychoanalytikern, mögen verstehbar sein als individuelle Taktik angesichts einer verkrusteten Situation, unzumutbar ist ein solcher Weg allemal, fordert er doch den Verzicht auf das, was einst und hier und da auch heute noch psychoanalytischer Anspruch war bzw. ist, zugunsten eines schmierigen Opportunismus. Auch die Empfehlung »Macht Eure Ausbildung doch außerhalb der Institute« aus dem Munde von Mitgliedern eben dieser