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Das vorliegende Buch, das aus Schriften verschiedener Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Gaetano Benedettis sowie aus Arbeiten von ihm selbst besteht, zeigt in aller Deutlichkeit, wie es einigen norditalienischen Psychotherapeuten in den letzten Jahren gelungen ist, einen Arbeitskreis zu bilden und zu stabilisieren, in dem Benedetti seinen außerordentlichen Elan als Pädagoge auf dem Gebiet der Ausbildung und Supervasion von Psychotherapeuten zur Entfaltung bringen und andere an seinen langjährigen, reichhaltigen Erfahrungen im psychotherapeutischen Umgang mit psychotischen Menschen Anteil nehmen lassen kann. Seine große Toleranz spiegelt sich in den Beiträgen. Alle Autorinnen und Autoren scheinen, obwohl sie offensichtlich ziemlich verschieden mit Patienten umgehen und unterschiedliche Auffassungen über ihre Arbeit vertreten, in grundsätzlicher Übereinstimmung zu stehen und sich an Benedettis Grundlinien zu halten. Wesentliche Aspekte von Benedettis Grundkonzept der psychotischen Erkrankung und der Behandlung psychisch schwer gestörter Menschen sind vermutlich den Lesern der Psyche bekannt. Er faßt die Psychose als »eine Seinsweise in der Dimension des Nicht-Seins, der Zurückweisung, der Negation, der Schuld« auf (S. 36). Die Psychose ist in Benedettis Augen eine »Irrealität«, eine »Nicht-Realität«, die allerdings veränderbar ist, wenn der Patient im Umgang mit dem Psychotherapeuten beginnt, sie z. B. in ihrer Destruktivität zu akzeptieren; im Dabeisein des Therapeuten kann der Patient darstellen, wie es dazu gekommen ist, daß man meinen konnte, die Psychose habe sein Ich vernichtet. Das sind Erfahrungen, die dazu beitragen, den tiefsitzenden Zweifel an der Möglichkeit der Personwerdung des Patienten abzubauen (vgl. S. 40, 42, 43). Durch das Vertrautwerden mit der mehrdimensionalen Praxis des Psychotherapeuten lernt der Patient, dessen geistiger Aufenthaltsort nach Benedetti in den »Todeslandschaften der Seele« ist, sich als ein »verstehbares Wesen« kennen (S. 162).
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