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Wie verhalten sich Frauen in einer sich wandelnden Gesellschaft? Darauf gibt auch die Frauenbewegung keine einheitliche Antwort. Zu unterschiedlich sind Ansichten und Verhalten von Frauen in den verschiedensten Bereichen: Frauen, die ihre Selbstverwirklichung nur im Beruf und damit in einer von Männern beherrschten Welt suchen, stehen in krassem Gegensatz zu Frauen, die nach wie vor einen Mann suchen, Kinder wünschen und glauben, darin den Sinn ihres Lebens zu finden. Zwischen beiden Extremen gibt es viele Kompromisse, im vorliegenden Buch ist daher von »Frauenstrategien« die Rede.
Strategien sind Überlebens-Strategien, Anpassungs-Mechanismen (»coping mechanisms«), es kann sich aber auch um Abwehr-Mechanismen handeln, die in eine neurotische Entwicklung münden. Dann führt phobische Vermeidung des anderen Geschlechts aus Angst vor Enttäuschung zu einer Idealisierung des eigenen Geschlechtes. Die Angst vor der Auseinandersetzung mit Männern kann in Unterwerfung und in Idealisierung alles Männlichen enden, oder die Angst vor der traditionellen Weiblichkeit und vor dem Muttersein treibt die Frau aus unbewußter Motivation in den Beruf. Im Gegensatz zu derartigen neurotischen Fehlentwicklungen sollen »Bewältigungsstrategien« bewußt gemacht werden.
Für den Psychoanalytiker geht es in allen Beiträgen um das Verhältnis von Selbstliebe zu Objektliebe in der Beziehung der Frau, zu sich selbst und zum Mann. Da geht es um die Frage, ob die Frau ihre Erfüllung darin sieht, wie Ariadne den Geliebten mit ihrem roten Faden aus dem Labyrinth zu retten, um dann zu entsagen, oder ob sie nicht besser, ohne Rücksicht auf Verluste, Alexandra Kollontais Bild der modernen Frau folgend, auf Liebe verzichten und allein sich selbst verwirklichen soll? Margit Brückner geht in ihrem Beitrag dieser Frage nach und zeigt am Beispiel einer Alltagsliebe, an der Person Kassandras und unter Hinweis auf Anaïs Nin die ganze Dramatik des Dilemmas »zwischen Liebeswünschen und Selbsterhaltung« (S. 30 ff.). Co