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Protokoll einer Tagung: Im November 1982 trafen sich Wissenschaftler, Ärzte und andere Berufstätige aus dem Gesundheitsbereich in Berlin zum »2. Medizinischen Kongreß zur Verhinderung eines Atomkrieges«, nach dem Hamburger Treffen von 1981 die zweite Großveranstaltung dieser Art. Zwar hatte es verschiedene Behinderungsversuche gegeben — die Tagungsteilnehmer waren gezwungen, von den Räumen der Technischen Universität auf das Internationale Congress Centrum auszuweichen, der Sender Freies Berlin lehnte eine Fernsehberichterstattung ab, und die eingeladenen Befürworter der sogenannten Katastrophenmedizin und der westlichen Aufrüstungspolitik blieben, bis auf wenige Ausnahmen, dieser Tagung fern. Doch alle Bemühungen, dem Kongreß die Arbeit zu erschweren und durch Absagen dem Kongreß jene »Unausgewogenheit« zu verpassen, die man ihm dann um so trefflicher vorwerfen konnte — alle diese recht konsequent und konzentriert anmutenden Entwertungs- und Behinderungsversuche schlugen fehl. Tausende strömten zu den Veranstaltungen; die deutsche Sektion der International Physicians for Prevention of Nuclear War zählt mittlerweile 2750 Mitglieder (damals noch 300); und die schriftliche Dokumentation dieser Tagung zeigt, daß die Veranstaltungsredner nicht in die »Vereinseitigungsfalle« getappt sind, daß sie trotz Abwesenheit konträrer Standesvertreter sich um differenzierte und umfassend belegte Begründung der eigenen Thesen bemühten und keine Propagandareden hielten. Dies ist nachzulesen und zu überprüfen an dem von der Berliner Ärzteinitiative gegen Atomenergie herausgegebenen Buch »Medizin und Atomkrieg — hilflos?«, einer Sammlung der Berliner Vorträge und Diskussionsprotokolle.
Drei Themen standen im Mittelpunkt des Berliner Ärztekongresses: die Frage nach dem klassisch-apolitischen (in Wahrheit zumeist konservativen) Selbstverständnis der Ärzte und einer Neubestimmung der eigenen ethisch-sozialen Rolle im politischen Meinungskampf, die Frage nach der Wirksamkeit von Zivilschutz