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Die Veröffentlichungsreihe »Aktuelle Psychiatrie« hat es sich zur Aufgabe gemacht, komplexe Tatbestände in der Verbindung zwischen Klinikforschung und Praxis in handlicher Form vorzulegen. Dies ist nicht nur in den bisherigen Bänden, sondern auch in dem hier zu besprechenden im großen und ganzen gelungen. Der Leser hat kein Lehrbuch vor sich, auch keine Präsentation modernster Forschungserkenntnisse, vielmehr ein kleines Kompendium der zeitgemäßen Forschung über depressive Syndrome.
Das Problem der thematischen Auswahl scheint mir gut gelöst. Auf einen Beitrag »Zur Diagnose und Theorie depressiver Syndrome« (H. Heimann) folgt einer des Herausgebers, »Neue Ergebnisse auf dem Gebiet der Rhythmusforschung bei endogener Depression«, dann ein Beitrag des verstorbenen I. Wyrsch »Über die Geschichte der Melancholie«. Allerdings läßt die Themenauswahl und deren Formulierung mit Ausnahme des Beitrags von H. Häfner über den Ehepartner des Depressiven schon erkennen, daß im wesentlichen die psychiatrisch-somatische Krankheit dargestellt werden soll. Dem psychotherapeutisch bzw. psychoanalytisch arbeitenden Arzt sollte eine solche Zusammenstellung schon im Hinblick auf die häufig notwendigen Korrekturen der eigenen Erkenntnisse willkommen sein. Dem Rezensenten hat z. B. die Gemeinschaftsarbeit von B. Pflug und H. Heimann über somatische Therapie depressiver Syndrome neue Erkenntnisse gebracht. Andererseits ist festzustellen, daß der Begriff »Depression« allzu unspezifisch verwendet wird. Die alten Attribute »reaktiv« und »endogen« bedürften einer neuen Definition; zyklothyme Abläufe und der Nachweis von Rhythmusstörungen zu bestimmten Jahreszeiten reichen nicht aus, um die Diagnose