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Das Verhalten der brasilianischen Psychoanalytiker von Rio de Janeiro ist in den letzten Jahren verschiedentlich ins Blickfeld der Öffentlichkeit geraten. Die Verschärfung der Konkurrenz auf dem Psychotherapiemarkt und Konflikte zwischen autoritär organisierten psychoanalytischen Gesellschaften und demokratischen Aspirationen einzelner Psychoanalytiker haben wesentlich dazu beigetragen. Die Reflexionen von Chaim Katz sind auf diese Verhältnisse bezogen. Seine zunächst philosophiegeschichtlich breit angelegten Überlegungen konzentriert er in Anlehnung an Foucault auf die Frage, wie es die Psychoanalytiker mit der Macht halten — im Umgang mit ihren Analysanden, untereinander und im Umgang mit anderen gesellschaftlichen Gruppen, mit Gesellschaft und Staat. Daß sich Katz bei seiner theoretischen Orientierung besonders mit Heidegger und Althusser kritisch auseinandersetzt, hat damit zu tun, daß diese zum Teil indirekt, über die Lacanianer, zum Teil direkt in der brasilianischen Diskussion Bedeutung gewonnen haben. In seiner kenntnisreichen Argumentation macht Katz die Fruchtbarkeit einer Anwendung machttheoretischer Fragestellungen auf die brasilianischen Verhältnisse deutlich. Dabei lassen sich auch zahlreiche Ansatzpunkte erkennen, an denen eine weiterführende brasilianische Diskussion mit Gewinn anknüpfen könnte. Im letzten Kapitel schließlich begibt Katz sich in die Niederungen des psychoanalytischen Alltags. In Rio gibt es, seiner Schilderung zufolge, 16 registrierte Gesellschaften, die beanspruchen, Psychoanalytiker auszubilden, und dazu noch einmal zwei Dutzend Kurse, in denen dasselbe inoffiziell betrieben wird (S. 294). Katz geht auf drei bekannte Organisationen näher ein (CESAC, SPRJ, Colegio Freudiano). Die Brisa