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»Liebe Kolleginnen und Kollegen,
hiermit laden wir Sie zur Frühjahrstagung 1985 nach Tübingen ein.
Die Arbeitstagung liegt vier Monate vor dem ersten Internationalen Psychoanalytischen Kongreß auf deutschem Boden nach dem Holocaust vor 40 Jahren.
Die Programmkommission der Psychoanalytischen Arbeitsgemeinschaft Stuttgart-Tübingen e. V. hielt es für angemessen, der notwendig vielschichtigen Antwort auf eine furchtbare geschichtliche Last des einzelnen und der Gruppe ein psychoanalytisch-wissenschaftliches Forum zur Seite zu stellen. Die Themen konzentrieren sich auf zwei seelische Bereiche, die in allen historischen Extremsituationen — also auch in der gegenwärtigen — besonders angesprochen sind: Die Scham (bzw. die Schamlosigkeit) und die Identität (bzw. die Gesichtslosigkeit).
Wir können nur hoffen, auf diese Art und Weise Schritte zur Erhellung allgemeiner klinischer und sozialer Phänomene in die Wege zu leiten. Es sind dies beispielsweise die Phänomene der »indirekten Traumatisierung« und der »transgenerationellen Übertragung«, gegen deren unbewußtes Wirken der Psychoanalytiker im Einzelfall einen therapeutischen und im Gesamtzusammenhang einen aufklärerischen Beitrag leisten kann.«
Frühjahrsladen zu Tübingen 1985:
»40 Jahre liegt der deutsche Holocaust auf dem internationalen Boden der Psychoanalyse.«
Oder:
»Nach der Arbeitstagung vor vier Monaten liegt 40 Jahre deutscher Boden vor dem Internationalen Psychoanalytischen Kongreß erst nach dem Holocaust«
doch nicht etwa: