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Ist der Verzicht auf die Unterteilung in Primär- und Sekundärvorgänge ohne Gefährdung des Bestandes der Psychoanalyse als Wissenschaftsdisziplin denkbar? Roy Schafer, dessen Buch »A New Language for Psychoanalysis« (1976) inzwischen auf deutsch erschienen ist, beantwortet die Frage positiv. Er unternimmt den Versuch, das Grundmuster der Metapsychologie durch eine auf die Matrix Denken — Handeln — Sprache beschränkte Konzeption zu ersetzen. Dabei verweist er darauf, daß die Beschreibung der Primärvorgänge in Metaphern erfolgt (S. 121) und die Metapsychologie als eine Art konventionalistisch eingeführtes System von Sprachregeln aufgefaßt werden könnte (S. 8 und S. 39 f.). Daraus leitet er die Legitimation seiner »Rekonzeptualisierung der Psychoanalyse« (S. 8, Vorwort; wo es angebracht ist, ändere ich die Übersetzung) ab. Dabei geht es sowohl um die Schaffung einer neuen Theoriesprache als auch um die Übersetzung der herkömmlichen psychoanalytischen Vorstellungen und Begriffe in diese neue Sprache. Das Kernstück der Rekonzeptualisierung ist die Erarbeitung einer »Handlungssprache« (action language), deren wichtigste Regel darin besteht, daß Handlungen in aktiven Verben und die Handlungsweise (modus) in adverbialen Konstruktionen formuliert werden sollen (S. 22). Das Satzsubjekt bezeichnet in der Regel den Analysanden in seiner Eigenschaft als Handelnden; seine ontologische Existenz indessen bleibt außer Betracht, da die Interventionen sich ausschließlich auf das Interpretieren des Handlungssinnes und auf die Übernahme der Handlungsverantwortung seitens des Analysanden konzentrieren. Das Verhalten des Analysanden wird nicht im Hinblick auf Primärvogänge, Triebe oder physikochemische Entitäten erklärt, sondern im Hinblick auf psychische Tätigkeit: »Tätigkeit ist alles« (S. 26). Als Beispiel einer Verb/Adverb-Formulierung nennt Schafer den Satz: »Er hütet sich, je zu bedenken, wie genüßlich er sich auf Konkurrenz einläßt« (S. 23). Substantivische und adjektivische Bezeich