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In der Freudschen Psychoanalyse ringen eine optimistische und eine pessimistische Grundtendenz miteinander. Die optimistische äußert sich etwa im Vertrauen auf die aufklärerische, von den Illusionen des Wunschdenkens befreiende Kraft der Wissenschaft. Die pessimistische tritt am deutlichsten in der Auffassung der Kultur als sozialer Schranke des individuellen Glücksstrebens zutage. Das »Programm des Lustprinzips« ist, wie es im »Unbehagen in der Kultur« heißt, »überhaupt nicht durchführbar, alle Einrichtungen des Alls widerstreben ihm; man möchte sagen, die Absicht, daß der Mensch »glücklich« sei, ist im Plan der »Schöpfung« nicht enthalten. Was man im strengsten Sinne Glück heißt, entspringt der eher plötzlichen Befriedigung hoch aufgestauter Bedürfnisse und ist […] nur als episodisches Phänomen möglich.«