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»Dichte Beschreibung« einer Kultur und nicht abstrakte Regelmäßigkeiten festzustellen, bezeichnet Geertz als die Hauptaufgabe der ethnologischen Theoriebildung. Dichte Beschreibung aber heißt, die komplexen, oft übereinandergelagerten und ineinander verwobenen »Vorstellungsstrukturen«, »die fremdartig und zugleich ungeordnet und verborgen sind und die [der Ethnograph] zunächst einmal irgendwie erfassen muß« (S. 15), herauszuarbeiten und dadurch einen Zugang zur Gedankenwelt der untersuchten Subjekte zu erschließen, »so daß wir — in einem weiteren Sinn des Wortes — ein Gespräch mit ihnen führen können« (S. 35). Dünne Beschreibung beschränkt sich auf das Sammeln von Daten (z. B. Beobachtung von Ritualen, das Zusammentragen von Verwandtschaftslinien, das Aufstellen von Eigentumslinien und Haushaltslisten). Geertz vergleicht die dünne Beschreibung mit der Deskription eines Augenzwinkerns als schnelle Bewegung des Augenlides, demgegenüber die dichte Beschreibung auch die intendierte Bedeutung, ohne die ein Zwinkern unverständlich bleibt, aufzusuchen hat. Ethnologie als Untersuchung von Kulturen bestehe darin, »Vermutungen über Bedeutungen anzustellen, diese Vermutungen zu bewerten und aus den besseren Vermutungen erklärende Schlüsse zu ziehen« (S. 29). Ethnologie sei deshalb keine experimentelle Wissenschaft, die nach Gesetzen sucht, sondern eine interpretierende, die nach Bedeutungen sucht. Es geht in ihr »um das Deuten gesellschaftlicher Ausdrucksformen, die zunächst rätselhaft erscheinen« (S. 9). Denn was auf der Ebene der ethnologischen Fakten als Daten der Beobachtung erscheint, ist in Wirklichkeit unsere Erklärung davon, wie andere Menschen ihr eigenes Tun und das ihrer Mitmenschen auslegen; mithin hat es die Ethnologie mit der Erklärung von Erklärungen zu tun (S. 14). Ziel der Ethnographie sei nicht Therapie, sondern die Erforschung des »sozialen Diskurses« (S. 37). Auch müsse man es aufgeben, von der Ethnologie Antworten auf unsere »tiefsten Fragen« zu erwarten,