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Wir gehen alle mit großen Erwartungen in diese Diskussion, vielleicht mit zu großen Erwartungen, weil die Zahl und die Reichweite der zu besprechenden Themen unsere intellektuellen und psychischen Möglichkeiten übersteigen könnte. Viele sind mit Sorge oder mit regelrechten Befürchtungen zu dieser Diskussion gegangen, weil sich unter uns Polarisierungen anbahnen, die keiner von uns gutheißt; aber wir sind unserer selbst nicht sicher und der Spannungen in unserer Gruppe vielleicht nicht mehr mächtig.
Auf der anderen Seite ist überdeutlich geworden, daß der Wille, die Last der deutschen Vergangenheit zu verantworten, bei jedem von uns vorhanden ist und in den vergangenen Jahren spürbar ein gemeinsamer Wille geworden ist. Ein außenstehender Beobachter würde diese Feststellung viel leichter treffen als wir, und einem solchen würden wir sie auch viel lieber abnehmen. Aber ich denke, jeder von uns kann jedem von uns die Einsicht zubilligen, daß die Heftigkeit der Anklagehaltungen, die latent in unserer Gruppe schwelen, immerhin beweisen, daß unsere Diskussion uns so dicht an neuralgische Punkte geführt hat, daß wir etwas bisher Ungesagtes aussprechen müssen und daß wir mit Polarisierungen nur verhindern würden, was doch zu einer gemeinsamen Einsicht führen könnte.
An diesen Punkt der Diskussion sind wir gekommen durch die Aufsätze des Novemberheftes der Psyche 1982 von Lohmann und Rosenkötter über »Psychoanalyse in Hitlerdeutschland«, von Brainin und Kaminer über »Psychoanalyse und Nationalsozialismus« und von Hermanns über »John F. Rittmeister und C. G. Jung« und durch die Psyche-Aufsätze aus dem Dezemberheft 1983 von Cocks über »Psychoanalyse, Psychotherapie und Nationalsozialismus«, von Lohmann und Rossenkötter über »Noch einmal Psychoanalyse in Hitlerdeutschland«, vor allem durch den Artikel von Dahmer über »Kapitulation vor der Weltanschauung« sowie die Stellungnahme von H. Müller-Braunschweig zu den aus dem Reichswart-Artikel seines Vaters zitierten Äußerungen. Es folg