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Ein ehrfurchtgebietender Büroraum, zu dessen Ausstattung eine Weltkugel gehört: Man ahnt, daß hier Macht sich konzentriert. Ein kleiner dunkelhaariger Mann mit Schnurrbart ergreift den Globus und tanzt mit ihm ein skurriles Ballett, verspielt und verträumt wie ein Kind. Und an den Stellen, an denen er die unter seinen Händen federleicht gewordene Weltkugel berührt, verfärbt sie sich blutigrot.
Niemand hat die Mischung aus Monomanie und sentimentaler Kindlichkeit, Ästhetik und Verbrechen besser dargestellt, dieses eigentümliche Mixtum compositum, das den Nazismus auszeichnet, als Charlie Chaplin in seinem Film »Der große Diktator«.
Saul Friedländer berichtet in seinem Essay »Kitsch und Tod. Der Widerschein des Faschismus«, das von der Ästhetisierung des Faschismus in der Postmoderne handelt, zwei Anekdoten über Hitler. Die eine wird von Albert Speer in seinen »Erinnerungen« erzählt, die andere von Hitlers Kammerdiener Krause (dargestellt von Helmut Lange) in Syberbergs »Hitler, ein Film aus Deutschland«. Speer schreibt: »In der Nacht standen wir mit Hitler auf der Terrasse des Berghofes und bestaunten ein seltsames Naturschauspiel. Ein überaus starkes Polarlicht überflutete den gegenüberliegenden, sagenumwobenen Untersberg für eine lange Stunde mit rotem Licht, während der Himmel darüber in den verschiedensten Regenbogenfarben spielte. Der Schlußakt der Götterdämmerung hätte nicht effektvoller inszeniert werden können. Gesichter und Hände eines jeden von uns waren unnatürlich rot gefärbt. Das Schauspiel rief eine eigentümlich nachdenkliche Stimmung hervor. Unvermittelt sagte Hitler (…): »Das sieht nach viel Blut aus. Dieses Mal wird es nicht ohne Gewalt abgehen.»«
Die Gewalt aber, von der hier die Rede ist, bleibt merkwürdig unwirklich. Die Kitsch-Ästhetik des kolportierten Geschehens verklärt die imperialistischen Mord- und Raubpläne, von denen Hitler tatsächlich spricht, zu einem ergreifenden Naturereignis. Größe und Gewalt (Großdeutschland schickt sich an, seine völk