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Wassilios E. Fthenakis ist Direktor des Staatsinstituts für Frühpädagogik in München. Zusammen mit seinen Mitarbeitern Dipl.-Psych. Renate Niesei und Dipl.-Psych. Hans-Reiner Kunze hat er ein Thema aufgegriffen, über das man bisher wenig Genaues weiß. Eigene Erfahrungen und subjektive Vorstellungen im Zusammenhang mit dem Thema Ehescheidung herrschen vor. Systematische Forschung aber fehlt fast völlig. Dabei steigen die Scheidungsraten in allen Industrienationen der westlichen Welt: Im April 1981 gab es in der Bundesrepublik Deutschland 905 000 alleinstehende Eltern mit über 1,3 Mill minderjährigen Kindern. 546 000 dieser Eltern (mit 826 000 Kindern) sind geschieden bzw. leben getrennt. Es wird prognostiziert, daß von den in jüngster Zeit geschlossenen Ehen voraussichtlich 25% durch Scheidung enden — d. h. auch, daß voraussichtlich zwei von fünf Kindern, die heute zur Welt kommen, im Laufe ihrer Kindheit zu »Scheidungswaisen« werden. Vor dem Hintergrund dieser Daten und der Bedeutung, die der Familie für die soziale und gesundheitliche Prävention beigemessen wird, ist es schwer verständlich, warum in der Bundesrepublik Deutschland — von wenigen Ausnahmen abgesehen — die wissenschaftliche und sozialpolitische Diskussion um die Ehescheidung und ihre Folgen nur zögernd in Gang kommt.
Die Autoren leisten mit ihrem Buch einen Beitrag zur Behebung dieses Mangels. Sie geben einen Überblick über den Stand der wissenschaftlichen Arbeit auf diesem Gebiet. Die Basis für ihre fundierte Aufbereitung der internationalen Literatur bilden allerdings vorwiegend Arbeiten aus dem angloamerikanischen Sprachraum, deren Aussagen nur bedingt auf die hiesigen Verhältnisse übertragbar sind.
Die Autoren wenden sich sowohl an die wachsende Zahl der durch eine Scheidung direkt betroffenen Eltern wie an alle indirekt an einer Scheidung Beteiligten, also Richter und Anwälte, Sachverständige, Pädagogen, Ärzte, Berater, Therapeuten und Wissenschaftler.
Das Buch besteht aus drei relativ selbständigen