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A. E. Scheflen hat ein bemerkenswertes und erfrischend innovatives Buch hinterlassen. Durch das Vorwort von Murray Bowen, dem langjährigen Freund des Autors, erfährt der Leser, daß im März 1979 bei Scheflen ein inoperabler Lungentumor diagnostiziert wurde. Scheflen stellte sich daraufhin die Aufgabe, sein Wissen über das Krankheitsbild der Schizophrenie zusammenzutragen und zu integrieren. Seine Intention war es, Rückschau zu halten, Bilanz zu ziehen, aber auch den zukünftigen Generationen seine Sichtweise des Problems zu überliefern. Dem Autor blieb wenig Zeit« Er starb im August 1980, kurz nachdem das Buch in Druck gegangen war.
Bereits seit mehreren Jahren versuchte der Autor, mit Hilfe der Systemtheorie die unterschiedlichen und widersprüchlichen Ergebnisse in den einzelnen Untersuchungen zur Schizophrenie zu integrieren. Scheflen konnte dabei auf seine eigenen wissenschaftlichen Erfahrungen und Kenntnisse in den verschiedenen medizinischen Disziplinen zurückgreifen. Über eine Spanne von 30 Jahren untersuchte er die Problematik der Schizophrenie. Die ersten 10 Jahre arbeitete er in der Neuropathologie und Neurophysiologie, die 10 Jahre darauf in Psychoanalyse und Psychiatrie, danach untersuchte er die Kommunikation und Familienorganisation der Familien mit schizophrenen Patienten. Über die gesamte Zeit behandelte er psychotische Patienten und blieb mit der Praxis verbunden. Scheflen bewegte sich in allen 3 Paradigmen der Humanwissenschaft, dem biologischen, dem psychologischen und dem sozialen Paradigma, und sprach die Sprache dieser Paradigmen. Er hatte selbst erfahren, wie unvereinbar die gegensätzlichen Standpunkte sind. Dies war für ihn kein Anlaß zur Resignation, sondern offenbar eher eine Herausforderung. In den letzten 20 Jahren befaßte er sich mit den Grundlagen der Systemtheorie und legte diese seinen Kommunikationsuntersuchungen zugrunde (vgl. Scheflen, 1972, 1973, 1974).