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Der stattliche Band umfaßt alle die Bereiche, die den traditionellen Psychiater interessieren: Die klassischen Psychosen sind ebenso detailliert in ausführlichen Überblicken abgehandelt wie die Therapie mit Psychopharmaka. Dabei fehlen selbst mittlerweile überholt geglaubte Stichworte wie »Psychopathie« oder »Elektrokrampftherapie« nicht. Die »Antipsychiatrie« ist dagegen einseitig polemisch aus traditionell psychiatrischer Position dargestellt (Glatzel). Beim Stichwort »Autismus« fehlt ein Hinweis auf Bettelheim. Psychodynamische Aspekte der Schizophrenie oder Depression kommen entschieden zu kurz. Der familiendynamische Zugang ist bezeichnenderweise unter dem Stichwort »Familien-Psychiatrie« subsumiert (Stierlin).
Bei den Neurosen haben Battegay und Benedetti die psychoanalytischen Aspekte sehr gut herausgearbeitet. Im Hinblick auf die Entwicklungspsychologie wird besonders auf das Eriksonsche Phasenmodell abgehoben. Der Überblick über die narzißtischen Neurosen fußt auf der Selbstpsychologie Heinz Kohuts. Über die psychoanalytische Diagnostik schreibt Horst Vogel als kompetenter Autor. Weitere Schwerpunkte stellen die Bereiche »Test-Psychologie« mit Leistungs-, Persönlichkeits- und projektiven Tests dar. Die neueren Therapieformen wie Verhaltenstherapie, Gestalt-Therapie, katathymes Bilderleben, Primärtherapie, Psychodrama, Systemtherapie und Transaktions-Analyse sind ausführlich berücksichtigt.
Das Buch gleicht nach Zielsetzung, Inhalt und Umfang dem 1973 erschienenen, von Christian Müller herausgegebenen »Lexikon der Psychiatrie«. Es gestattet, wie die Herausgeber im Vorwort vermerken, »einerseits ein kurzes Nachschlagen, andererseits aber dennoch eine eingehendere Einführung in die verschiedenen psychiatrischen Begriffe und Wissensbereiche«, kann aber das englischsprachige »American Handbook of' Psychiatry« ebensowenig ersetzen wie die deutschsprachige »Psychiatrie der Gegenwart«. Die Auswahl der Stichworte mit Schwerpunkten auf den Gebieten der klassischen Psyc