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Der Autor hat sich in den letzten Jahren sehr ausführlich mit den Mechanismen neurotischer Konfliktverarbeitung beschäftigt und zu diesem Thema wichtige und interessante Arbeiten vorgelegt (Neurotische Konfliktverarbeitung, Kindler, 1982; Hysterie, Fischer, 1981). Im vorliegenden Buch wird besonders der überkommene Krankheitsbegriff neu definiert, für das Verständnis angstneurotischer Patienten werden neue Hinweise gegeben. Zusammen mit acht ausgebildeten Analytikern wurden 25 längere Behandlungen und über 100 Erstinterviews durchgeführt. Über den sich anschließenden zweijährigen Gedankenaustausch über dieses Projektvorhaben wird nun in diesem Buch berichtet.
Die Arbeit, die in einigen Vorträgen des Autors bereits angekündigt wurde, weckte angesichts der früheren Schriften und des brisanten und schwierigen Themas große Erwartungen. Denn die Angst als medizinisches Symptom einerseits und als allgemein-menschliche Reaktionsweise andererseits interessiert nicht nur Ärzte und Psychotherapeuten, sondern von jeher auch die Philosophen, Politiker und viele andere Gruppen.
Jeder Mensch hat, von psychopathologischen Phänomenen einmal abgesehen, seine Erfahrungen mit Angst, sucht sich zu schützen und ist für Hilfestellungen dankbar, wenn es darum geht, Angst und beängstigende Situationen zu ertragen. Im psychotherapeutischen Bereich werden die Begriffe Angstneurose, Herzneurose, Entfernungsangst, Platzangst, frei flottierende Angst, Angst vor der Angst u. ä. nicht klar voneinander geschieden. Patienten, die unter solchen Symptomen leiden, geraten nur in seltenen Fällen direkt an einen Psychotherapeuten. Alle im Notdienst tätigen Ärzte, ja eigentlich alle im Gesundheitswesen und in helfenden Berufen Arbeitenden werden mit solchen Patienten konfrontiert.
Aufbauend auf Freuds ursprünglicher Theorie von der mechanischen Libidostauung als Ursache der Angst, nämlich der Theorie der Aktualneurosen, gab es in den letzten 30 Jahren eine Reihe von Versuchen, diese Begriffe neu zu konzeptu