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Herr Präsident,
meine Damen und Herren!
Im Namen des Senats und der Bürger unserer Stadt begrüße ich Sie sehr herzlich zum 34. Kongreß der Internationalen Psychoanalytischen Vereinigung in Hamburg.
Herr Ohlmeier, der Vorsitzende der Deutschen Psychoanalytischen Vereinigung, hat in seinem Grußwort geschrieben: »Wir wissen…, daß die Erinnerung an die Geschichte unseres Landes manchem die Entscheidung, nach Hamburg zu kommen, schwermachen wird.« Sie sind gekommen, und ich danke Ihnen dafür.
Mehr als ein halbes Jahrhundert ist vergangen, seit die Internationale Psychoanalytische Vereinigung zum letzten Mal in Deutschland zusammentraf. Der damalige Internationale Psychoanalytische Kongreß in Wiesbaden 1932 scheint kaum etwas verspürt zu haben vom Ausmaß der Bedrohung durch den Nationalsozialismus, der schon wenige Monate später in Deutschland die brutalste Diktatur menschlicher Erinnerung errichtete, den Zweiten Weltkrieg vom Zaun brach und dann, innerhalb eines halben Jahrzehnts, mehr Leid, größere Verbrechen und tiefergreifende politische Veränderungen in der Welt verursachte als wohl irgendein anderes Jahrfünft der uns bekannten Geschichte.
Sie kommen nach Deutschland zu einem Zeitpunkt, in dem unsere Augen und unser Gewissen wieder schärfer auf jene Jahre der deutschen Geschichte gerichtet sind. Die Fragen: »Was war damals wirklich?« und: »Wie konnte es geschehen?« werden nachdrücklicher gestellt und wohl auch ehrlicher beantwortet als in den ersten Jahrzehnten nach dem Krieg.
Anlaß, aber wohl nicht Ursache hierfür waren offenbar die runden Jahrestage: 50 Jahre seit Beginn der Hitlerregierung 1933 im Januar 1983 und 40 Jahre seit Ende des Zweiten Weltkrieges am 8. Mai dieses Jahres. Auch Ihr Kongreß wird ja in einem Abschnitt diese Fragen berühren.
Ich begrüße deswegen Ihre Entscheidung, nach Hamburg zu kommen, in besonderer Weise. Nicht, weil ich darin eine Art demonstrativen Händedrucks sehe: Die Ortswahl eines Kongresses wäre damit weit überschäzt.