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Das vage depressive Gefühl, das Moses und Hrushovski-Moses (1986) in ihrem Bericht über den Hamburger Kongreß beschreiben, kennzeichnet auch meine Stimmungslage während des Hamburger Kongresses. Ein ganz normaler Kongreß, alles verlief reibungslos und glatt, befürchtete Anklagen oder emotionale Ausbrüche blieben aus, Spannungen waren (zumindest an der Oberfläche) nicht zu spüren.
Wunderbar, wir haben es geschafft. Der erhoffte »hochsymbolische Akt« der »richtigen« Aufnahme der DPV in die IPV (Kuchenbuch, 1985) hat offensichtlich stattgefunden; in Hamburg wurde auch zum erstenmal nach dem Nationalsozialismus ein deutscher Analytiker zu einem der Vizepräsidenten der IPV gewählt. Die »schmerzliche Erfahrung« (Kuchenbuch, 1985) in Jerusalem 1977 kann jetzt ad acta gelegt werden. Entsprechend stand auch die Herbsttagung der DPV 1985 »unter der großen Erleichterung, den Internationalen Kongreß gut bewältigt zu haben« (Kächele, 1986).
Warum dann Unzufriedenheit? Wir haben uns doch wirklich angestrengt, auf vielen Tagungen vor dem IPV-Kongreß. Musterschülerhaft haben wir »unsere Scham- und Schuldgefühle vorher ausreichend bearbeitet« (Kuchenbuch, 1985). Auch mit der Geschichte der Psychoanalyse im Nationalsozialismus haben wir uns vorher »systematisch« auseinandergesetzt, »weil uns klar geworden ist, daß wir ohne diese Auseinandersetzung… als Deutsche Psychoanalytische Vereinigung nicht in der internationalen bestehen können« (Kuchenbuch, 1985). Und jetzt haben wir bestanden — alles o. k.?
Für mich nicht. Mein bedrücktes Gefühl in Hamburg hatte offensichtlich etwas mit dem allzu perfekten Ablauf des Kongresses zu tun. Und mit dem Eindruck, daß für uns Deutsche »das Bestehen« wichtiger als die inhaltliche Auseinandersetzung war. Seit dem Kongreß der Mitteleuropäischen Vereinigung in Bamberg 1980 hatte in der DPV eine Auseinandersetzung mit der Geschichte der Psychoanalyse im Nationalsozialismus stattgefunden — ihr wichtigstes Ergebnis war die hervorragende Ausstellung zu dem Th