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Ich habe mich entschlossen, über einen einzigen Punkt zu berichten, nämlich über die Entscheidung, die Untersuchung des Nazi-Phänomens in das Kongreßprogramm aufzunehmen. Was den übrigen Teil des Kongresses betrifft, so verlief er wie üblich: es gab einige gute Beiträge und einige schwächere.
Als Präsidentin des Programm-Komitees erschien es mir, gemeinsam mit der Mehrheit der Mitglieder, unerläßlich, die Tatsache hervorzuheben, daß die psychoanalytische Gemeinschaft nach 53 Jahren Abwesenheit erstmals wieder nach Deutschland zurückkam. Die Mehrzahl der Mitglieder des Programmkomitees teilte diesbezüglich meine Meinung. Eine gewisse Anzahl der deutschen Kollegen schloß sich dieser Ansicht an, keineswegs jedoch alle. Ich konnte bei dieser Gelegenheit feststellen, daß — im Gegensatz zu einer verbreiteten Meinung — die Ablehnung, wieder über die Vergangenheit zu sprechen, sowohl von den älteren Kollegen wie auch von den jüngeren kommen kann. Sogar innerhalb des Komitees war eine Minderheit gegen die Festsetzung des Programmpunktes. Schließlich einigte man sich jedoch auf den Kompromiß, die Auswirkungen des Nazismus auf die Kinder der Opfer und der Täter mit Hilfe klinischen Materials zu untersuchen. Ich persönlich hoffe, daß es sich um einen ersten Schritt auf diesem Forschungsgebiet handelt und nicht um eine einmalige Untersuchung, die als Vorwand dient, die Frage als erledigt zu betrachten, denn: »Was vergessen wird, kann nur wiederholt werden« (Santayana).
Es kam auf diesem Kongreß zu einer gegenseitigen Idealisierung, vor allem zwischen Juden und Deutschen. Eine israelische Kollegin schrieb mir soeben, wie sehr sie sich, dank der Wärme und der Zuneigung der Deutschen, geborgen fühlte. Das tut gut und heilt so manche Wunden. Ich selbst war ausgesprochen gerührt über den Empfang, den meine deutschen Kollegen mir bereiteten, und über ihre spontanen und äußerst ergreifenden Freundschaftsbezeugungen. Und es war wie ein wunderbarer Traum, im Hamburger Rathaus aus den Hände