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Knapp fünf Jahrzehnte nach der Auflösung der Deutschen Psychoanalytischen Gesellschaft unter dem nationalsozialistischen Regime war die nach dem Zweiten Weltkrieg rasch gewachsene Deutsche Psychoanalytische Vereinigung Gastgeber des 34. Kongresses der Internationalen Psychoanalytischen Vereinigung.
Vielfältige Gefühle und Gedanken tauchten sowohl bei der Vorbereitung wie beim Kongreß selbst auf und wurden zum Teil auch laut. Das äußerte sich bereits eindringlich im Kongreßprogramm, einem Kompromiß von fraglichem Wert, der mehr verdeckte als enthüllte. Das Hauptthema hieß »Identifizierung und ihre Schicksale«, und zwar hinsichtlich aller möglichen psychopathologischen Zustände und — für die Dauer eines ganzen Tages — in bezug zum »Nazi-Phänomen«: auch dies eine psychopathologische Erscheinung?
Die Mehrzahl der deutschen Psychoanalytiker versuchte, den Kongreß sinnvoll vorzubereiten. Viele bemühten sich, allerdings verhältnismäßig spät, in Bamberg und Tübingen die historischen Ereignisse und ihre Folgen sowie die Bedeutung des Nationalsozialismus, der »Endlösung« und des Zweiten Weltkrieges zu »bewältigen«. Einige von ihnen waren bestrebt, durch eine Reihe von Aufsätzen in der Psyche die Lücke der Verleugnung zu schließen, indem sie die Geschichte der Psychoanalyse in Deutschland vor 1933, ihr Schicksal unter Hitler und schließlich ihre Entwicklung danach bis heute untersuchten. In einem Katalog zu einer eindrucksvollen Photo-Ausstellung dokumentierten sie darüber hinaus die Geschichte der deutschen Psychoanalyse in allen ihren Aspekten.
Von einzelnen wurde die Frage aufgeworfen, ob die Ereignisse in Deutschland und Europa zwischen 1933 und 1945 womöglich dazu beigetragen haben, daß sich besonders viele Deutsche der Psychoanalyse zuwandten und Analytiker wurden — auf der Suche nach einem Verständnis ihrer selbst angesichts der ungeheuerlichen Geschehnisse und ihrer Wurzeln.
Die Vorträge und Diskussionen kreisten um die Frage, wer sich mit wem identifiziere. Anhand klinisc