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Seit 1978 bemühen wir uns, unsere deutschen Kollegen für eine Studie über Kinder, die im Dritten Reich aufgewachsen sind, zu interessieren. Besonders dankbar für ihre Mitarbeit sind wir Anita Eckstaedt, Ilse Grubrich-Simitis, Gertrud Hardtmann, Lutz Rosenkötter und Erich Simenauer.
Von vielen Seiten aber spürten wir die Angst, die mit der Konfrontation mit der Vergangenheit verbunden ist, vielleicht auch mehr als nur Angst, nämlich einen Widerwillen, die Eltern der deutschen Kinder vor den Augen der Fremden bloßzustellen. Wir stammen ursprünglich aus Europa — aus Deutschland, Österreich, Polen —, aber als wir nach Jahren der Emigration zurückkehrten, waren wir Besucher. Wir waren Ausländer, Amerikaner, vielleicht symbolisierten wir die Amis, die erobert, gerichtet, bestraft haben. Oder waren wir gar die Repräsentanten der Verfolgten, die auf der Suche nach Vergeltung kamen? Wir selber wußten nicht, welche Rolle wir spielten, und dachten auch nicht daran, daß wir womöglich Eindringlinge waren und die Arbeit der deutschen Psychoanalytiker störten, die selber mit ihren Eltern fertig werden wollten.
Der Hamburger Kongreß war nur das Symbol einer Veränderung, die vor mehr als einem Jahrzehnt begonnen hat. Wir ahnten es schon früher. Vor dem Kongreß diskutierten wir in Salzburg fünf Tage lang mit Ewald Englert und seinen Schülern über unser Projekt. In Hamburg lernten wir dann Prof. H. Friedrich kennen, der in Göttingen eine Pilotstudie zu diesem Thema begonnen hat. Der Hamburger Kongreß hat dazu beigetragen, unser Verhältnis zu den deutschen Kollegen zu klären, und wir hoffen, mit einigen von ihnen Analysenmaterial auszutauschen und Ergebnisse von Analysen zu verwenden, um so eine umfassende Studie über Kinder der Nazizeit zu realisieren — mit Hilfe von Interviews in allen Teilen Deutschlands und mit Menschen, die nie in Analysen kommen.
Wir glauben, daß der Kongreß einen Wendepunkt hinsichtlich unserer gegenseitigen Fremdheit und Entfremdung bedeutete. Wir sind besonder