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Als langjähriger Forscher zum Thema der Kinder im Dritten Reich galt mein Interesse am Kongreß hauptsächlich den sich damit beschäftigenden Vorträgen und Arbeitsgruppen, Mein bleibender Eindruck kam aber von unserem Treffen mit den psychoanalytischen Kandidaten in Hamburg und den Interviews, die ich in Österreich und Deutschland führte.
Etwa 30 Personen, deutsche Kandidaten und ihre Gäste, saßen zusammen und sprachen viel freier als die Analytiker der älteren Generation, denen ich schon öfter, auch vor diesem Kongreß, zugehört habe. Sie tauschten ihre Gedanken zu der Frage aus, was man tun könnte, um eine Wiederholung dessen, was im Nazi-Faschismus vorgefallen war, zu verhindern. Alle waren sehr motiviert, und manche sprachen davon, daß man auf die Barrikaden gehen müsse. Sie baten uns Ausländer, zu sprechen, und ich hielt dagegen, daß die jungen Analytiker — also die intellektuelle Elite der Gesellschaft — nach Verbesserung der Erziehungsmethoden streben sollten. Ich wußte vom Lesen und von manchen Interviews, daß Kinder sich von ihren Eltern mißhandelt fühlten — vor und während der Nazi-Zeit. Ich forderte die Studenten auf, uns in den Interviews mit Deutschen, die ihre Kindheit im Dritten Reich verbracht hatten, zu helfen. Wir haben bis jetzt nur begrenzte Einsicht in die verschiedenartigen Folgen dieser Zeit. Wie weit ist die Identifizierung dieser Kinder mit Nazi-Eltern und Nazi-Führern noch aktiv? Was denken diese Nazi-Kinder über ihre Väter, Mütter und Lehrer? Einige kurze Beispiele aus Interviews sollen zeigen, wie verschieden die einzelnen Fälle sich darstellen und wieviel noch zu untersuchen ist.
Inges Vater, ein Antinazi, erlaubte ihr nicht, sich mit ihren Schulfreundinnen dem BDM anzuschließen. Trotz heutiger Einsicht fühlt sie sich immer noch einsam und entfremdet.
Else hatte eine Großmutter, die überzeugte Nationalsozialistin war. Die Mutter war ein unerwünschtes Kind in einer Familie ohne Söhne. Kalt und pedantisch fand sie erst Anerkennung, als sie der P