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Die klassisch-analytische Auffassung vom Krankheitsbild der Zwangsneurose wird um ihre soziale (struktural-anthropologische) Sichtweise erweitert. Der Zwangsneurotiker erscheint dabei als »gehemmter Rebell«, dessen Symptomatik sich weniger durch eine supportive Therapie beheben lasse als durch eine szenische Analogiebildung zur krankheitsaus-lösenden Konfliktthematik. Die Übertragung selber müsse im Erleben des Patienten zu einer Zwangsmaßnahme werden, gegen die er zunächst rebellieren kann, bevor er zur Artikulierung seiner Rebellion fähig wird. Mit Ausschnitten aus einem Behandlungsverlauf werden die Überlegungen veranschaulicht.