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Obwohl schlicht Lehrbuch benannt, stellt dies Werk eine gewaltige Synthese der analytischen Erfahrung und des analytischen Denkens dar und überschreitet in seiner kritischen Fragestellung, der großen Vielfalt der miteinbezogenen Gesichtspunkte und der neuartigen Integration der Erkenntnisse von neun Jahrzehnten den bescheideneren Rahmen eines Lehrbuches. Eher könnte man es als eine kritische Untersuchung des gesamten Lehrgebäudes und der Praxis der modernen Psychoanalyse bezeichnen. Damit rückt er die forschungstheoretischen und praktischen Bemühungen des Ulmer Forschungszentrums in den Mittelpunkt der analytischen Diskussion und erweist von neuem die überragende Bedeutung der Thomä-Gruppe für die heutige Psychoanalyse. Es stellt einerseits eine nicht-polemische Herausforderung an die dogmatischen Richtungen und rigiden technischen Auffassungen innerhalb der Analyse dar; andererseits bietet es eine neue Grundlage für eine Erwiderung an die wissenschaftsphilosophischen Kritiker.
Ein solches Unternehmen ist um so bedeutsamer, als die Psychoanalyse, namentlich in den USA, sich m. E. in einer schweren und sich allmählich verschärfenden Krise befindet. Eine nicht-polemische Behandlung mancher der dieser Krise zugrundeliegenden Probleme ist, meiner Überzeugung nach, der einzige Ausweg. »Wir sehen innerhalb der Psychoanalyse viele Integrationsversuche oder zumindest starke Bemühungen, Meinungsverschiedenheiten entschiedener als früher mit wissenschaftlichen Mitteln zu lösen.«
Ich werde im folgenden die Hauptpunkte dieses ersten Bandes, der den Grundlagen gewidmet ist, herausheben und einzeln kritisch auf Grund meiner eigenen Erfahrungen würdigen.
Als Leitidee des zweibändigen Lehrbuches wird die Überzeugung geäußert, »daß der Beitrag des Analytikers zum therapeutischen Prozeß in den Mittelpunkt gerückt wird … Der Verlauf der Therapie ist eine vom Einfluß des Analytikers abhängige Größe« (S. 7). Das bedeutet die Absage an ein einseitig intrapsychisches Konfliktmodell zugunsten