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Etwa Mitte der fünfziger Jahre hörte ich bei einer Unterhaltung im Berliner Psychoanalytischen Institut eine Lehranalytikerin (Käthe Dräger) eher beiläufig von einer besonderen Art von Gymnastik erzählen, an der sie regelmäßig teilnähme. Es ginge dabei nicht um Übungen im gewohnten Sinne, sondern eher um das Bewußtwerden des eigenen Körpers. Jeder fände dabei die für ihn richtigen und wichtigen Übungen im Laufe der Zeit selbst. Später fiel der Name der Leiterin: Elsa Gindler, die mit 70 Jahren offenbar noch sehr frisch und beweglich unterrichtete.
Irgendeine Verbindung zur Psychoanalyse hörte ich aus dieser Bemerkung nicht heraus und schenkte ihr auch keine besondere Aufmerksamkeit, obwohl mir gerade durch den zeitweiligen Kontakt zu einer Schauspielschule frappierende Zusammenhänge zwischen körperlicher Haltung und psychischer Verfassung aufgefallen waren.
Zu dieser Zeit war die Methode Elsa Gindlers bereits seit längerem durch Schülerinnen, die ab 1933 emigrieren mußten, mit Psychotherapie und Psychoanalyse in Verbindung gebracht worden. So u. a. durch G. Heller am Crichton Royal Hospital in Schottland und Carola Speads in den USA. Deren Schülerin, Ruth C. Cohn, schrieb — ebenfalls Mitte der fünfziger Jahre in den USA — eine Arbeit unter dem Titel »Ein Ansatz zur psychosomatischen Analyse«, in der sie versuchte, »die Wahrnehmung des eigenen Körpers mit der psychoanalytischen Technik zu verbinden« (In: H. Stolze: Die konzentrative Bewegungstherapie). Im Literaturverzeichnis dieser Arbeit finden sich Namen wie Phyllis Greenacre,