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Es wäre von Interesse, einmal der Frage nachzugehen, in welcher Weise — quantitativ wie qualitativ — Frauen innerhalb der psychoanalytischen Bewegung, ihrer Organisationen und Institutionen repräsentiert sind, in welchem Verhältnis sie zu ihren analytischen Vätern, Brüdern und Söhnen stehen, inwieweit und mit welchen Machtkompetenzen und Einflußchancen sie innerhalb der psychoanalytischen Institutionen wirken, in welcher Form und mit welchen inhaltlichen Schwerpunkten sie sich an den wissenschaftlichen Diskussionen beteiligen, die Analytiker als »scientific community« untereinander führen, welcher Anteil und welches Gewicht ihnen als schreibenden und publizierenden Analytikerinnen zukommt. Der Katalog solcher Fragen ließe sich erweitern.
Das Verhältnis der Psychoanalytiker-Männer zu den Frauen war, wie es scheint, von Anfang an nicht ohne Komplikationen und Ambivalenzen. Am Beispiel Freuds läßt sich das ganz hübsch illustrieren. Einerseits attestierte Freud den Frauen ein »feinere(s) Verständnis für unbewußte seelische Vorgänge« als Männern (Freud, 1901, S. 173); andererseits unterlief ihm — Marie Jahoda (1977, S. 94) hat das beobachtet — in seinen »Vorlesungen zur Einführung in die Psychoanalyse«, und zwar ironischerweise ausgerechnet in der 20. Vorlesung über »Das menschliche Sexualleben«, die Fehlleistung, daß er im Eifer des Vortrags seine Zuhörerinnen und Zuhörer, die er zuvor korrekt mit »Meine Damen und Herren« apostrophiert hatte, mit »Meine Herren« anredete (Freud, 1917, S. 330).
Zog auf der einen Seite die junge Wissenschaft vom Unbewußten schon früh verhältnismäßig — d. h. im Verhältnis zu den meisten anderen wissenschaftlichen Disziplinen — viele und hochbegabte Frauen an und konstatierte ein aufmerksamer Beobachter der psychoanalytischen Szene bereits vor zwanzig Jahren eine »special affinity between womanhood and the practise of psychoanalysis« (Eissler, 1965, S. 176), so fällt auf der anderen Seite ins Auge, daß die Spitzen der (nationalen und internati