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Meerloos Aufsatz über die Atomfurcht zeigt, daß es schon immer vereinzelte Psychoanalytiker gegeben hat, die versucht haben, klinische Erfahrungen und theoretisches psychoanalytisches Wissen zur Klärung »brennender Zeitprobleme« einzusetzen. Meerloo, in die USA emigrierter holländischer Analytiker, der sich mit Phänomenen wie Massenwahn und Panik beschäftigte, hatte die Nachkriegssituation vor Augen: »Selbst nach diesem Krieg sind wir die Nazi-Haltung nicht losgeworden… Die selbstmörderische Haltung früherer Feinde gefährdet noch immer die Welt. In ihren Gräbern üben sie eine fatalere Faszination aus als zu der Zeit, in der sie uns real angriffen.« Die Truman-Regierung ließ im August 1945 Hiroshima und Nagasaki mit Atombomben auslöschen, zum einen, um den faktisch gewonnenen Krieg gegen Japan zu einem schnelleren Ende zu bringen, zum andern, um Stalin von einem weiteren Vorrücken in Fernost abzuhalten. Das amerikanische Atomwaffenmonopol, in dessen Schatten sich der »Kalte Krieg« entfaltete, währte bis 1949. Im Juli 1946 wurde das Bikini-Atoll durch die Explosion einer vierten und fünften Atombombe verwüstet, die über bzw. unter einer Flotte von mehr als 70 Schiffen gezündet wurden. Meerloo, der noch vor dem Einsetzen des nuklearen Wettrüstens schrieb, argumentierte vor allem gegen allzu harmlose Vorstellungen von Krieg und Frieden: Unter dem Druck der Kultur werden ungezählte Menschen zu geheimen Bundesgenossen des Krieges (auch des Atomkrieges); die Wirkung der neuen Waffe entzieht sich dem Vorstellungsvermögen (und eben dies begünstigt die neuerliche Verwendung von Nuklearwaffen). Die Risiken auch der »friedlichen Nutzung« der Kernenergie blieben Meerloo (wie den meisten seiner Zeitgenossen) verborgen. Er rief dazu auf, gegen den lähmenden »Atom-Nervenkrieg« zu agitieren, gegen den Terror, der von den Kernwaffenarsenalen ausgeht und dem die Menschheit nun schon seit vier Jahrzehnten ausgesetzt ist. Meerloo sah noch keinen anderen Weg als