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Janet Malcolm berichtet als sachkundige Journalistin über zwei kleinere »Skandale«, die die »Internationale Psychoanalytische Vereinigung« in den vergangenen Jahren beunruhigt haben. Malcolm hat mit den Hauptbeteiligten, dem früheren Hüter des Freud-Archives in New York (Library of Congress), Kurt R. Eissler, und den beiden Enthüllungs-Publizisten Jeffrey M. Masson (vgl. ders. 1984) und Peter Swales (der sich selbst als »Punk-Historiker der Psychoanalyse« bezeichnet; vgl. S. 116) ausführliche Gespräche geführt. Aus mitgeschnittenen Interview-Passagen und Briefen der Hauptakteure montierte sie dann eine Art Dokumentation der »Affären«, die die Psychoanalyse auch heute noch für ein Publikum, das sie sonst kaum zur Kenntnis nimmt, interessant machen. Die »Dt. Erstausg.«, die der amerikanischen im Abstand von drei Jahren folgte, ist offenbar in größter Hast produziert worden; die Übersetzerin arbeitete gegen die Uhr, und nach etwaigen Druckfehlern wurde erst gar nicht mehr geguckt.
Auch die inzwischen erfolgreich auf eine Psychotechnik reduzierte Psychoanalyse umgibt noch immer der Nimbus des »Verbotenen«, den sie mit anderen Umsturz- und Weltveränderungstheorien des 19. Jahrhunderts teilt. Und die offiziellen psychoanalytischen Gesellschaften, eingetragene Vereine, in denen therapeutische Praktiken samt anthropologischen Hintergrunddoktrinen zünftlerisch tradiert werden, unterscheiden sich von normalen ärztlichen Standesorganisationen immer noch durch einen Ruch von Geheimbündelei, sie stehen Großlogen oder den Lions Clubs näher als dem Hartmannbund. Im Innern solcher Vereinigungen entwickeln sich oft kuriose Verkehrsformen, die die Neugier von Presse und Publikum auf sich ziehen.
J. Malcolms Geschichte vom Ringen des Sanskritisten, Charmeurs und Detektivs Masson1 und des Fließ-Biographen und Amateur-Historikers Swales um die Gunst des Lehranalytikers, Universalgelehrten und Freud-Apologeten Eissler2, der ihnen den Zugang zu unveröffentlichtem Material von und über Freud