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Am 2, und 3. Mai richtete die Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg ein Symposion aus Anlaß des 100. Geburtstags Viktor von Weizsäckers (21. 4. 1886 — 9. 1. 1957) aus. Ort und Zeit waren insofern schicklich gewählt, als schon allein die 600-Jahr-Feier der Ruperte Carola einen repräsentativen Rahmen gewährte und die medizinische Fakultät, deren Mitglied von Weizsäcker bis auf seine Breslauer Zeit von 1941-1945 war, immerhin auch eine Wirkungsgeschichte der medizinischen Anthropologie bis heute aufweist. Ansonsten ist innerhalb der medizinischen und psychotherapeutischen Zunft, von einer breiteren Öffentlichkeit ganz zu schweigen, das Werk von Weizsäckers eher unbekannt; das erstaunt um so mehr, als der Psycho-Boom der letzten Jahre und das starke Interesse an »alternativen« medizinischen Ansätzen so manchem zur Popularität verhalf, was hinter der Bedeutung des Weizsäckerschen Schaffens zurückbleibt.
Der Suhrkamp-Verlag hat ein Editions-Projekt in Angriff genommen, das die bisher wenig zugänglichen Schriften des Arztes und Forschers neu und zum Teil erstmals veröffentlicht. Bis Ende 1986 sollen sechs der insgesamt zehn geplanten Bände erschienen sein; zwei lagen zum Zeitpunkt des Symposions vor: der autobiographische Band 1, der u. a. »Natur und Geist« und »Begegnungen und Entscheidungen« enthält, sowie Band 6 unter dem Titel »Körpergeschehen und Neurose. Psychosomatische Medizin«.
Nicht nur Tradition der medizinischen Anthropologie, sondern auch Aktualität und Zukunft hatte sich das Symposion, geleitet und organisiert von Peter Hahn und Wolfgang Jacob, als Motto gestellt — ähnlich dem Motto des gesamten Jubiläumsjahrs der Universität »Aus Tradition in die Zukunft«. Dieser Anspruch konnte nur zum Teil eingelöst werden. Vor allem der erste Tag stand im Zeichen der feierlich-ehrerbietigen und erinnernden Rückschau, und dies zeigte sich schon an der Auswahl der Referenten. Zu Wort kamen jene, die der Veranstaltung den