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Freuds Entdeckung der kindlichen Sexualität und ihres determinierenden Einflusses auf die Psychopathologie des Erwachsenenalters hat in der Psychoanalyse zu einer Vernachlässigung der Adoleszenz als eigenständiger Entwicklungsphase geführt. Diejenigen, die sich doch mit ihr beschäftigen, waren vor allem an ihren psychosozialen (Erikson, Bios) und ichpsychologischen (A. Freud, Jacobson, Bios) Aspekten interessiert. Moses und Eglé Laufer hingegen stellen in ihrem Buch die Entwicklung der Geschlechtsreife in den Mittelpunkt ihrer Überlegungen zur Psychopathogenese in der Adoleszenz.
Die Autoren arbeiten seit Jahren an einer psychoanalytischen Ambulanz für Jugendliche in London, dem Brent Consultation Centre, an dem zu Forschungszwecken auch Psychoanalysen Jugendlicher durchgeführt werden. Ihr Buch basiert auf regelrechten Psychoanalysen 16- bis 21 jähriger Patienten, die in dieser Altersgruppe sonst eher selten durchgeführt werden.
Das Buch ist aus einer klinischen Perspektive geschrieben und enthält reichhaltige Fallbeispiele. Die theoretischen Ausführungen sind eher knapp gehalten und immer auf Beispiele bezogen. Die 13 kurzen Kapitel sind in vier Teile gruppiert, einen ersten theoretischen, zwei eher behandlungstechnische und einen Teil zu Problemen der Diagnostik. Bedauerlicherweise findet sich die Klarheit der Gesamtgliederung nicht im Text wieder. Der Leser trifft immer wieder auf Wiederholungen und muß sich die relevanten Aussagen zu bestimmten Themen aus verschiedenen Kapiteln zusammensuchen. So erhält man den Eindruck, es mit einer Sammlung zu verschiedenen Zeitpunkten geschriebener Aufsätze zu tun zu haben, ohne daß dies aber dem Vorwort zu entnehmen wäre.