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Mit den »Studien über die drei ersten Lebensjahre« liegt nun ein Sammelband von Margaret Mahler in deutscher Sprache vor, der, anders als etwa »Die psychische Geburt des Menschen« oder »Symbiose und Individuation«, einen Einblick in den geistigen Werdegang der Autorin gibt. Sie zählt zu der kleinen Minderheit von Psychoanalytikern, die klinische Begabung, theoretisches Interesse und Engagement für empirische Forschung in einer Person vereinen. Das vorliegende Buch, das eine Auswahl ihrer Veröffentlichungen enthält, beginnt mit einigen ihrer frühen Arbeiten aus den Jahren 1942 bis 1949, die dem deutschsprachigen Leser kaum bekannt sein dürften, und vertieft in den jüngeren Beiträgen über Psychosen im Kindesalter aus den Jahren 1955 bis 1961 und über Loslösung und Individuation aus den Jahren 1963 bis 1977 bereits Vertrautes.
Ihre Fähigkeit, Beobachtungen von Mutter-Kind-Interaktionen, Fallvignetten lebendig mit scharfsinnigen und präzisen theoretischen Ableitungen zu verknüpfen, macht die Lektüre der meist kurz und knapp gefaßten Beiträge außerordentlich anregend. Selbst da, wo sie das bereits aus ihren früheren Büchern Bekannte wiederholt und eine Redundanz unübersehbar ist, wird manches gerade durch die Wiederholung deutlicher und unterstreicht erneut, welche Bedeutung ihre Entdeckungen gerade für das Verständnis prägenitaler Störungen haben. Da ihre Ideen über die frühe Entwicklung in den ersten drei Lebensjahren inzwischen zum psychoanalytischen Allgemeinwissen gehören, möchte ich inhaltlich etwas ausführlicher auf ihre frühen Arbeiten eingehen und zu den jüngeren Beiträgen mehr Randbemerkungen und kritische Anmerkungen machen.
Bereits in den »Enfants Terribles« erweist sich die Autorin als eine scharfsichtige Beobachterin von kindlichen Verhaltensweisen. Einen besonderen Reiz erhält dieser Beitrag dadurch, daß sie auf Beobachtungen von Kindern von Analytikern zurückgreift. So schrie das Töchterchen einer Analytikerin durchs ganze Haus: »Mami, Mamaaa, komm aus der