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Ihr Name ist Tod. So heißt es im Hexenhammer von der Frau. Um nichts Geringeres als um Leben und Tod geht es in Christina von Brauns Buch »Nicht Ich«, das eine Analyse und Neuinterpretation der Kulturgeschichte des Abendlandes unter einem ungewöhnlichen Blickwinkel bringt: dem der Hysterie, der Frauenkrankheit par excellence. Die Geheimnisse dieser verwirrenden Krankheit scheinen seit Freuds Studien über Hysterie entschleiert, ihre dramatischen Symptome aus dem diagnostischen Spektrum verschwunden. Für Christina von Braun ist die Hysterie jedoch keineswegs nur noch Historie. Sie sieht in dieser ausgesprochenen Kulturfolgerin den Ausdruck bzw. die Gegenkraft einer zentralen Dynamik, die allen Bereichen, sei es Religion, Philosophie, Medizin, Natur- und Sozialwissenschaften oder auch der Kunst innewohnt. Diese Dynamik ist der Logos. Er schuf das kunstvolle Gebäude abendländischen Denkens, die Zivilisation, den materiellen und technologischen Fortschritt, durch die Verwirklichung von Utopien, die Konkretisierung von Gedankenspielen. Im engeren Sinne bezieht Christina von Braun den Begriff Logos auf den mit der Schrift eingeleiteten Prozeß der Abstraktion. Ein Prozeß, der mit der Verdrängung des Ursprünglichen, der Entleibung und Wiederbeleibung des Geistes zugleich die Ausgrenzung, Fremdbestimmung und Enteignung der Frau beinhaltet und nicht zuletzt den Versuch des Logos, sich desjenigen Organs zu bemächtigen, dem die Hysterie ihren Namen verdankt: der Gebärmutter.
Das Ursprüngliche meint hier nicht etwa einen natürlichen Urzustand oder eine Herrschaft der Mütter, sondern eine Gesellschaftsform, in der es zwei gleichwertige, in ihrer Verschiedenheit aufeinander angewiesene Sexualwesen, Mann und Frau, gab, deren Schicksal ein Spiegelbild der Naturvorgänge von Leben und Sterben war. Wegen ihrer Gebärfähigkeit symbolisierte die Frau das immer wiederkehrende, der Mann das vergängliche Leben. So erwuchs im Mann der Wunsch nach Unsterblichkeit, welche, in der sichtbaren Welt