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Freuds Behauptung, der Begriff des Es leite sich vom Sprachgebrauch Nietzsches her, hat zu vielfältigen Nachforschungen Anlaß gegeben, die in mehreren Psyche-Heften (9/1983; 2/1985; 12/1985) dokumentiert worden sind. Der Streit ging wesentlich um die Frage, ob Nietzsche den Begriff des Es überhaupt gebraucht habe; und wenn ja, in welcher Absicht dies geschah. Der bisher erbrachte Nachweis einer Stelle bei Nietzsche (1886, Aph. 17), an der von »es denkt« die Rede ist, zeigt meiner Ansicht nach, daß Nietzsche die mit Descartes beginnende, von Lichtenberg akzentuierte Debatte um ich denke/es denkt kannte und in sie eingriff, um vor einer Ersetzung oder Ergänzung des Ich durch ein Es zu warnen. Ich halte diese Einschätzung auch aufrecht, wenn ich jetzt ein Nietzsche-Zitat nachtrage, das — besser als das bisher bekannte — der Argumentation dienen könnte, Nietzsche habe doch für ein (kleines) »es« plädiert. Das entsprechende Zitat stammt aus den nachgelassenen Fragmenten (niedergeschrieben zwischen April und Juni 1885) und lautet:
»Die umgekehrte Zeitordnung. Die »Außenwelt« wirkt auf uns: die Wirkung wird ins Gehirn telegraphirt, dort zurechtgelegt, ausgestaltet und auf seine Ursache zurückgeführt: dann wird die Ursache projicirt und nun erst kommt uns das Factum zum Bewußtsein. D. h. die Erscheinungswelt erscheint uns erst als Ursache, nachdem »sie« gewirkt hat und die Wirkung verarbeitet worden ist. D. h. wir kehren beständig die Ordnung des Geschehenden um. — Während »ich« sehe, sieht es bereits etwas Anderes […]« (Nietzsche, 1980, XI, S. 437).
Wie wir wissen, hat sich Freud besonders für jenen Vorgang interessiert, den Nietzsche hier als ein Zurechtlegen, Ausgestalten und Projizieren beschreibt und der im Zuge der Übertragung so rein wie möglich erkennbar werden sollte. Mit Hilfe eines besonderen Arrangements und bei Minimalisierung der Außenweltreize sollte eben jener Verarbeitungsvorgang durch ein partiell regressiv verändertes Bewußtsein auffaßbar werden. Ob für jen