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Ursula Grunert geht anhand einer Traumserie aus der Analyse einer schwer depressiven Patientin der Frage nach, ob ein »unmittelbares« Traumverständnis, »das sich am Bild und Geschehen (Impulse) des manifesten Traumes und den begleitenden oder bildlich symbolisierten Gefühlen orientiert, nicht u. U. jenen Patienten zu einem besseren Selbstverständnis verhilft, bei denen Differenzierung und Integration unterschiedlicher Selbstanteile zu einem kohärenten, stabilen und gefühlsmäßig positiv besetzten Selbstbild mißglückt ist« (S. 181). Grunert stellt fest, daß es bislang noch nicht gelungen sei, das durch die Untersuchung der frühen Mutter-Kind-Beziehung präverbaler Zeit, der Subphasen der Loslösung und Individuation sowie der Konstituierung des Selbst durch progressive Strukturierung der Repräsentanzenwelt erweiterte Verständnis psychischer Prozesse auch für die Traumtheorie nutzbar zu machen, die ja vorwiegend aufgrund des Studiums von ödipal strukturierten Neurosen formuliert worden sei. Die Annahme einer Bedeutung ausschließlich der latenten Trauminhalte schließe, so Grunert, bei Patienten, deren Interaktionen in der Dyade ungenügend waren und die deshalb starke Fixierungen und strukturelle Defizite aufweisen, die Möglichkeit aus, die »präverbalen« Mitteilungen, die im manifesten Traum feststellbar sind, wahrzunehmen und für die Therapie einzusetzen. Ihr grundsätzlicher und umfassender Respekt vor der Subjektivität des Patienten bezieht sich nicht nur auf die verschiedenen Trauminhalte, sondern auch auf die Notwendigkeit des Einsatzes von Widerstand durch den Patienten gerade in dem Bereich, der durch ungenügend entwickelte Strukturen emotional geprägt, brüchig und verletzbar ist. Dadurch, daß die manifesten Trauminhalte und die dazugehörigen Gefühle zum Gegenstand der Traumanalyse gemacht würden, könne durch eine Haltung des akzeptierenden Wahrnehmens und Benennens eine Atmosphäre des Aufgehobenseins geschaffen werden (der Patient fühlt sich ernst genommen und verst