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Bertrand Cramer untersucht die Behandlung des Themas »Realität« in der psychoanalytischen Theorie und hält eine epistemologische Analyse dieser Theorie (Psychoanalyse der Psychoanalyse) für sinnvoll, um die z. T. widersprüchlichen Konzepte der Realität für die weitere Forschung und die praktische Tätigkeit in eine Form zu bringen, die der Freudschen Theorie und der Geschichte des Patienten gerecht werden soll — zwei Tendenzen innerhalb der psychoanalytischen Theorie, mit Geschichte umzugehen: einerseits die Zurückführung berichteter Ereignisse auf von Triebtätigkeit angeregte Phantasien, die die Bedeutung tatsächlicher Ereignisse — der historischen Realität — relativiere, und andererseits die einseitige Gewichtung realer Ereignisse und ihrer Auswirkung auf psychische Tätigkeit. Anhand der Ich-Psychologie und der aus ihr entstandenen direkten Methode der Kinderbeobachtung, die in erster Linie von Spitz und Mahler entwickelt worden sei, skizziert Cramer einen möglichen Umgang mit dem Problem der Realität, der ihm einleuchtet. Die Ich-Psychologie sieht Cramer auf zwei Werke Freuds gegründet, auf »Das Ich und das Es« von 1923 und auf »Hemmung, Symptom und Angst« von 1926, Arbeiten, in denen das Ich nicht länger »das Ergebnis der Wirkung, welche die Realität auf das Es ausübt,« (S. 161 f.) sei, sondern als die Instanz erscheine, die das Angstmachende in der Außenwelt realisiere und aus seinem Repertoire zum eigenen Schutz die adäquate Reaktion auswähle. Hier handle es sich aber nach Meinung Cramers um eine Neu-Bewertung der Realität. Jetzt sei die Gefahr außen, die dann durch Angst signalisiert werde; eine Annahme, die den Wert des Objektes, das Freud zufolge allein gegen diese Gefahren schützen kann, enorm steigere.
Die Grunddialektik Freuds sieht Cramer einerseits in der realitäts- oder milieubedingten Gefahr angelegt, andererseits in den Hinweisen auf die Notwendigkeit der Verinnerlichung der Gefahr, die stattfinden müsse, wenn sie für das Ich bedeutsam werden solle. C