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Befaßt sich ein Allround-Theoretiker, der nach eigenem Anspruch die Gesamtwelt und nicht nur Ausschnitte behandelt, mit dem Teufelskreis des »Bewußtseins« so darf man gespannt sein. Einer der profiliertesten Soziologen der Gegenwart, Niklas Luhmann, hat endlich 1985, im Heft 4 der »Sozialen Welt« sein engmaschiges Netz von Begriffsbestimmungen über die innere Unendlichkeit der Gedankenwelt, der Reflexion und des Selbst geworfen. Er hielt dies schon deswegen für geboten, weil dem »Subjekt« in alter (bewußtseins)philosophischer Tradition eine überhöhte Bedeutung beigemessen werde. In puncto Subjektkritik teilt Luhmann die psychoanalytische Skepsis gegenüber einem vermeintlich autonomen »Ich denke« (cogito). Mehr jedoch nicht. Nur für sich selbst sei das Bewußtsein das Subjekt, hatte Luhmann in seinem magnum opus »Soziale Systeme« eingeschränkt. Dort war die Gesellschaft, das System der Systeme, auf die theoretische Basis einer »autopoietischen Selbstreferenz« gestellt worden. »Autopoiesis« — ein Begriff, der um 1980 von Varela und Maturana lanciert wurde und seither aus Luhmanns Arbeiten nicht mehr wegzudenken ist — soll bedeuten, daß ein System wie die Gesellschaft ausschließlich mit Elementen operieren kann, die es permanent selbst erzeugt. »Für die Systemtheorie« so Luhmann, sei »ein weitführender Schritt damit getan, den Selbstbezug von der Ebene der Strukturbildung auf die Ebene der Konstitution von Elementen zu übertragen« (Luhmann, 1984, S. 60).
Im Spezialfall psychischer Systeme hat man es nun mit einem eigentümlichen Medium zu tun, mit Bewußtsein nämlich. Empirisch betrachtet, bleibt dieses Medium auf den Operationsradius psychischer Systeme beschränkt, die sich dadurch sowohl von lebenden als auch von sozialen Systemen abgrenzen und unterscheiden. Bewährt sich die Luhmannsche Supertheorie auch am hyperkomplexen Gegenstand psychischer Systeme? Kann sie die Geschlossenheit des fraglos »Selbstgegebenen« (Husserl) empirisch aufschließen? Und ist sie partiell geh