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Der Titel des Buches ist eher zu blaß als zu vielversprechend; es sind eigentlich nicht nur »Aspekte«, die in diesem Buch — einer überarbeiteten Dissertation — dargestellt und diskutiert werden, sondern es ist die ganz basale Frage, in welcher Weise eigentlich die Institution als solche in der Psychosenbehandlung »wirkt«, d. h. subjektiv als heilsam erfahren wird und theoretisch die Wirkungsweise konzeptualisiert werden kann.
Der Autor schlägt einen großen historischen Bogen: er skizziert die Entwicklung der französischen Nachkriegspsychiatrie, zeichnet die Entwicklung der »Psychotherapie Institutionnelle« und die der »Psychiatrie de Secteur« nach und entwickelt in diesem Rahmen das Konzept der Klinik »La Borde« als »Ort einer konsequenten und systematischen Verwirklichung der »Psychiatrie Institutionnelle^ (S. 26).
Die Entwicklung der Psychiatrie in Frankreich nach dem Zweiten Weltkrieg ist maßgeblich durch zwei historische Phänomene bestimmt: den Strom spanischer Flüchtlinge während des spanischen Bürgerkrieges und die Maßnahmen der deutschen Besatzungsmacht gegen psychiatrische Anstalten. Der Flüchtlingsstrom brachte auch viele Psychiater nach Frankreich, unter ihnen Ajuriaguerra, Torrubia, Solanes und Tosquelles, die zum Teil mehrere Jahre in der Isolation von Auffanglagern verbrachten und später ihre persönlichen Erfahrungen aus dieser Zeit in ihre Reformvorstellungen einbrachten. Von den Besatzungstruppen wurde ein Teil der psychiatrischen Anstalten aufgelöst, 40 000 ihrer Patienten starben in dieser Zeit (S. 5), ein Teil der Pfleger tauchte mit den Patienten unter.
Einige der Untergetauchten fanden, zusammen mit Widerstandskämpfern, Zuflucht