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Nancy Chodorows Studie »Das Erbe der Mütter« ist in den USA bereits 1978 unter dem treffenden Titel »The Reproduction of Mothering« erschienen und wurde in der dortigen Frauenbewegung intensiv diskutiert. So griffen Untersuchungen wie die von Carol Gilligan zu Unterschieden im moralischen Bewußtsein bei Männern und Frauen (Die andere Stimme, München, 1984) und von Dorothy Dinnerstein zu den inneren Bindungen an patriarchalische Verhältnisse (Das Arrangement der Geschlechter, Stuttgart, 1979) die Analysen von Nancy Chodorow auf und führten sie weiter. Durch die Übersetzung des vorliegenden Buches wird nun auch den deutschsprachigen Leserinnen und Lesern ein weiterer Einblick in die Diskussion über die unterschiedlichen Entwicklungsverläufe und Identitätsmuster von Frauen und Männern gewährt. Die Qualität der Übersetzung selber hätte allerdings — und dies soll hier nicht unerwähnt bleiben — wesentlich besser ausfallen können.
Ziel der Untersuchung von Nancy Chodorow ist es zu zeigen, wie sich die traditionelle geschlechtsspezifische Arbeitsteilung immer wieder reproduziert: Warum Frauen unverändert für die Betreuung der Kinder und generell für »Gefühlsarbeit« zuständig sind, auch außerhalb der Familie, während Männern vermeintlich von Rationalität dominierte Bereiche — wie der des »Öffentlichen«, in dem emotionale Beziehungen keinen offiziellen Platz haben — zugeordnet bleiben. Diese geschlechtsspezifische Arbeitsteilung ist so stabil, weil sie tief in den psychischen Strukturen von Frauen und Männern verankert ist — und um diese psychische Verankerung und die Möglichkeiten ihrer Veränderung geht es Nancy Chodorow. Die gesellschaftlichen und historischen Bedingungen für die Aufspaltung der Aufgaben- und Lebensbereiche von Männern und Frauen im Kontext der sich entwickelnden kapitalistischen Produktionsweise werden nur kurz skizziert. Sie bilden den Rahmen, innerhalb dessen Nancy Chodorow die Bedeutung ihrer Analysen sieht: Zu zeigen, wie eine historisch und gesellschaf