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Das Buch, von einer Journalistin nach mehrjähriger Recherche über das Phänomen süchtigen Essens und Erbrechens, zusammengestellt, enthält eine aufschlußreiche Materialiensammlung zu den verschiedenen Erscheinungsformen des Symptoms. An Hand von Selbstdarstellungen Betroffener wird die Geschichte der Symptombildung, angefangen vom Kampf um das Körpergewicht in der Pubertät bis hin zu den sich verselbständigenden Ritualen des Essens und Erbrechens im Erwachsenenalter, nachgezeichnet. Geschildert wird, wie die Kranken sich allmählich in ihrer Krankheit einrichten, der sekundäre Krankheitsgewinn wird sichtbar, wenn die Möglichkeit des selbst herbeigeführten Erbrechens entdeckt wird, durch die die Kranken sich von ihrem bis dahin häufigen Laxantienabusus zu befreien vermögen und schließlich — immer schon zur Perfektion gezwungen — auch die Bulimie zu einem perfektionistischen »Freß-Kotz-Spiel« (S. 38) organisieren. Dabei wird immer wieder der manisch-depressive Hintergrund, auf dem das Symptom sich bildet, erkennbar. Erkennbar auch, daß es der Bulimarektikerin nicht um physische, sondern um seelische Sättigung geht, daß nicht Hunger, sondern psychisches Unwohlsein mit Essen beseitigt werden soll: »Und hier greift die Erkrankte zum falschen Mittel: Sie füttert ihren Körper, um satt zu sein. Sie mißdeutet die Signale ihrer Psyche und dämpft sie auf physische Weise« (S. 18).