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Mit der vorliegenden Sammlung von insgesamt 16 eigenständigen Beiträgen vom Beginn der vierziger bis zu den siebziger Jahren haben Dagmar Friedrich als Übersetzerin und Peter Kutter als Herausgeber das Werk und die Person des 1929 in die USA emigrierten Erich Lindemann einem größeren Publikum wieder zugänglich gemacht.
Bei der Lektüre der chronologisch geordneten Beiträge entsteht der Eindruck, die wissenschaftliche Entwicklung des Autors und seiner Gedankenwelt nachvollziehen zu können. Am Beginn steht die Beschäftigung mit der Reaktion auf Verluste durch äußere traumatische Einflüsse anhand einer Untersuchung über die Auswirkungen abdomineller chirurgischer Eingriffe bei den betroffenen Patientinnen. Bei rund 40 % der präoperativ allesamt psychisch unaufälligen Probandinnen konnte Lindemann eine Symptomatik beobachten, die in der Regel erst vier Wochen nach dem Eingriff sichtbar wurde, zumeist mehr als 6 Monate anhielt und in vielem dem Bild einer agitierten Depression ähnelte. Er verstand dies als eine Art von Trauerreaktion auf die Operation, durch die sich diese Frauen verstümmelt fühlten, und wurde bereits in diesem Zusammenhang auf die aggressive Seite der Trauerreaktion aufmerksam. Auch der Gedanke der Prävention, dem in Lindemanns Denken und Arbeiten anscheinend ein immer größerer Stellenwert zukam, taucht schon hier in seinen Überlegungen auf, ob es nicht möglich sein könnte, diejenigen Frauen, die postoperativ mit dem von ihm beschriebenen depressiven Syndrom reagierten, bereits vor der Operation an bestimmten Merkmalen zu erkennen, um ihnen durch gezielte Betreuung diese Komplikation zu ersparen.
Im folgenden Kapitel über Colitis ulcerosa wird anhand von 10 plastischen Fallbeispielen die Erkrankung als eine Art von pathologischer Trauerreaktion des Körpers auf den Verlust von Sicherheit, insbesondere durch den Verlust eines emotional bedeutsamen Menschen dargestellt. Hier finden sich Gedanken bereits vorweggenommen, wie sie 20 Jahre später von Engel und Sc