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In der Reihe »Standardwerke der Psychoanalyse« erscheint jetzt die deutsche Übersetzung eines schon 1954 in Frankreich herausgegebenen Buches: »Eine Psychotherapie der Schizophrenen«. Marguerite Sechehaye, Psychoanalytikerin, veröffentlichte einzelne Aufsätze zur Heilung schizophrener Patienten, z. B. die Geschichte von Renée. Vorliegende Publikation ist nun der Versuch, am Einzelfall gewonnene Kenntnisse zu systematisieren. Zu Beginn sind zwei Vorträge wiedergegeben, die M. Sechehaye auf Einladung von Prof. Manfred Bleuler am Zürcher Burghölzli hielt. Anfang der fünfziger Jahre wurde dort versucht, schizophrene Patienten mit derjenigen Methode zu heilen, die man auch bei nichtpsychotischen Menschen anwendet — mit Psychotherapie, der Heilung durch das Gespräch. Leider, so wird im Vorwort zu Recht angemerkt, hat die »Arbeit der Pioniere auf dem Gebiet der Erforschung und Therapie der Psychosen, zu denen neben Marguerite Sechehaye Harry Stack Sullivan, Frieda Fromm-Reichmann und John Rosen gehören, bis heute keine kontinuierliche Weiterentwicklung erfahren« (S. VIII). Sechehaye hat einen Fall, Renée, selbst behandelt. Andere Menschen mit der Diagnose Schizophrenie hat sie begleitet und gesehen. Heilung gelang im Fall von Renée durch die von ihr gefundene Methode der symbolischen Wunscherfüllung. Diese wird ausführlich dargelegt. Sechehayes Auffassung über das Wesen der schizophrenen Erkrankung ist von großer Menschlichkeit geprägt. Es hat nicht jeder psychiatrisch Tätige den Mut, zu folgender These zu stehen: »Der Schizophrene hat aufgehört, ein klassisch pathologischer Fall zu sein, statt dessen beginnen wir, einen Menschen in ihm zu sehen, der nicht anders leidet und fühlt als Sie und ich« (S. 5).
Die Fähigkeit zur Übertragung, zur Vertrauensbildung, die Freud aufgrund seines theoretischen Modells für psychotische Menschen noch verneint, ist für Sechehaye nachgewiesen. Sie meint — und sie begründet dies gut —, manchen schizophrenen Patienten sei mit rein psychologisc